Risikolebensversicherung wechseln: Ja oder nein?

Wann sich ein Wechsel lohnt und wann nicht

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Im Todesfall erfolgt die Auszahlung der Risikolebensversicherung
Sie sind mit Ihrem Versicherungsschutz unzufrieden oder haben einen günstigeren Tarif gefunden? Ein Neuabschluss birgt die Chance, Ihre Versicherung an neue Lebensumstände anzupassen und von günstigeren Vertragskonditionen zu profitieren. Tatsächlich zahlt sich der Wechsel allerdings nur selten finanziell aus. Ein paar Dinge gilt es dabei zu beachten.

Wann lohnt sich eine neue Risikolebensversicherung?

Sie fragen sich, ob Sie umfassend und günstig versichert sind, und wollen sich einen neuen Versicherer suchen? Bevor Sie die Risikolebensversicherung wechseln, ist es wichtig, die Argumente für und gegen einen Wechsel genau abzuwägen. Niedrige Beiträge hören sich zunächst verlockend an. Doch tatsächlich zahlen Versicherte nach dem Wechsel unterm Strich meist mehr. Ohnehin sollten weniger die Beiträge als vielmehr die Konditionen ausschlaggebend sein. Daher empfiehlt es sich, mögliche Gründe für einen Wechsel genau zu prüfen:
 
  • größerer Leistungsumfang: Alte Verträge können sich oft nicht mit den Leistungen neuerer Policen messen. Schließen Sie eine neue Versicherung ab, profitieren Sie oftmals von besseren Konditionen. Wenn Sie die Risikolebensversicherung wechseln, können Sie den Schutz besser an Ihre aktuelle Lebenssituation anpassen. Sie haben zwischenzeitlich ein Haus gekauft, wollen bald eine Familie gründen oder verdienen wesentlich mehr als zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses? Fehlt im bisherigen Vertrag eine Nachversicherungsgarantie, sind Sie dann möglicherweise nicht mehr gut versichert, denn immerhin bedürfen Sie nun oder spätestens in ein paar Jahren einer höheren Versicherungssumme. Diese soll im Todesfall schließlich gewährleisten, dass alle Hinterbliebenen ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten können.
  • fehlende Optionen der Risikolebensversicherung: Wechseln kann sich mitunter auch dann lohnen, wenn in der Police einzelne Optionen fehlen, die Ihnen wichtig sind. Ein Beispiel hierfür ist eine fehlende Verlängerungsoption. Je nach vereinbarter Laufzeit besteht andernfalls die Gefahr, dass der Versicherungsfall nach Vertragsende eintritt. Ungünstig ist es auch, wenn eine Verlängerung nur nach erneuter Gesundheitsprüfung möglich ist. Eine vorgezogene Todesfallleistung ist ebenfalls nicht in jeder Police enthalten. Ohne diese Klausel zahlt Ihr derzeitiger Versicherer die Summe im Falle einer unheilbaren und lebensbedrohlichen Krankheit nicht vorzeitig aus. Unter Umständen kann dies bedeuten, dass man in den letzten Lebensmonaten finanzielle Sorgen hat oder seine Finanzen nicht mehr selbst regeln kann.
  • Kein Tarifwechsel möglich: Sie können nicht in den Nichtrauchertarif wechseln oder mit Partner oder Partnerin eine verbundene Police abschließen? Dann überprüfen Sie, ob Sie bei einem neuen Versicherer dadurch tatsächlich Beiträge einsparen können. Vorteilhaft sind Tarife mit Dynamik-Option. Bei diesen erhöht sich die versicherte Summe regelmäßig automatisch und ohne nochmalige Risikoprüfung. Das stellt sicher, dass sich die Summe mit den Jahren parallel zu steigenden Kosten und einem wachsenden Lebensstandard erhöht. 
  • Wunsch nach Zusatzschutz: Wenn Sie bei Ihrem Versicherer Ihren Vertrag um Zusatzoptionen erweitern, sparen Sie sich Aufwand und kommen manchmal auch günstiger weg als bei zwei separaten Verträgen. Bei einigen Anbietern können Sie beispielsweise den Basisschutz mit einer Unfalltodzusatzversicherung aufstocken. Bei Kombi-Policen ist es möglich, verschiedene Versicherungsarten gleichzeitig abzuschließen, etwa eine Risikolebenspolice und eine Berufsunfähigkeitsversicherung. 
  • Falschangaben im Vertrag: Ob versehentlich oder bewusst: Falsche oder unvollständige Angaben zu Vorerkrankungen haben im Versicherungsfall gravierende Folgen. Schließlich schätzt der Versicherer das individuelle Risiko auf Basis dieser Angaben ein. Im Fall, dass der Versicherungsnehmer falsche Angaben gemacht hat, sind Versicherer berechtigt, die Summe nur teilweise oder gar nicht auszuzahlen. Ein solcher Vertrag steht daher auf unsicherem Fundament, und es ist durchaus eine Überlegung wert, die Risikolebensversicherung gleich ganz zu wechseln.
  • Zu hohe Beitragszahlungen: Wann sich eine neue Risikolebensversicherung lohnt, hängt auch von Ihrer finanziellen Situation ab. Schließlich zahlen Sie Beiträge regelmäßig und über einen sehr langen Zeitraum. Grundsätzlich berechnet jeder Versicherer den Beitrag auf Grundlage Ihrer persönlichen Angaben und des Gesundheitsrisikos. Mitunter gibt es Versicherer, die günstigere Beiträge anbieten. Wichtig ist, dass auch die Konditionen stimmen. In aller Regel haben nur jüngere Versicherte gute Karten, durch einen Wechsel Geld einzusparen. Insbesondere männliche Versicherte mit alten Verträgen profitieren unter Umständen. Grund sind die erst seit 2012 verbindlichen Unisex-Tarife. 

Was sollten Sie beim Wechsel beachten?

Damit sich Wechsel und Kündigung tatsächlich lohnen und reibungslos ablaufen, hilft Ihnen folgende Checkliste. Nicht selten stellt sich heraus, dass der auf den ersten Blick günstige Tarif bei näherem Hinsehen teurer ist.
 
  • Alter bei Neuabschluss: Das Alter spielt bei der Berechnung der Beiträge eine große Rolle. Denn je älter der Versicherungsnehmer ist, desto höher ist das Risiko für den Versicherer. Ab einem bestimmten Alter besteht die Gefahr, dass Sie bei der Gesundheitsprüfung nicht mehr so gut wie beim ersten Vertrag abschneiden. Dann zahlen Sie für den neuen Versicherungsschutz deutlich mehr. Bis wann zahlt sich eine neue Risikolebensversicherung also finanziell aus? Generell stehen die Chancen bis zu einem Alter von 35 Jahren gut, mitunter auch bis zu einem Alter von 44 Jahren.
  • Erneute Gesundheitsprüfung: Schließen Sie einen neuen Vertrag ab, steht ein erneuter Gesundheitscheck an. Daher lohnt sich ein Wechsel nur, wenn Sie bei guter Gesundheit sind. Krankheiten erschweren einen Neuvertrag, schlimmstenfalls lehnt Ihre Wunschversicherung Sie ab. 
  • Angebote vergleichen: Holen Sie Angebote verschiedener Versicherer ein, um Kosten und Konditionen miteinander zu vergleichen. 
  • Leistungsumfang prüfen: Gehen Sie auf Nummer sicher und lesen Sie sich die Vertragsbedingungen genau durch. Die Versicherungssumme und Leistungen wie die Nachversicherungsgarantie sollten zu Ihren Lebensumständen passen.
  • Richtig kündigen: Beachten Sie die vereinbarte Kündigungsfrist, um nicht über einen längeren Zeitraum doppelt Beiträge zu entrichten. Damit Sie nicht ohne Schutz dastehen, sollte der alte Vertrag erst enden, nachdem Sie vom neuen Versicherer eine Bestätigung erhalten haben. 
 



Die wichtigste Faustregel für einen erfolgreichen Wechsel lautet: Je jünger Sie sind, wenn Sie einen neuen Vertrag abschließen, desto besser.




 

Alternativen zum Wechsel prüfen

Wägen Sie auch Alternativen ab. Anstatt die Risikolebensversicherung zu wechseln, können Sie auch einen bestehenden Vertrag optimieren – sofern Ihr Versicherer diese Option einräumt. In vielen Fällen ist dies günstiger als ein Wechsel, vorausgesetzt, es erfolgt keine neue Risikoprüfung oder erhebliche Beitragserhöhung. Mit letzterer können Sie rechnen, wenn die Vertragsänderung das Risiko für den Versicherer deutlich erhöht. Fragen Sie Ihre Versicherung, ob Sie beispielsweise die Versicherungssumme nachträglich ändern können. Auch hinsichtlich eines späteren Wechsels in den Nichtrauchertarif zeigen sich viele Anbieter kulant. 
 
Von einem erweiterten Leistungsumfang können Sie auch profitieren, indem Sie lediglich das Tarifmodell ändern lassen und zum Beispiel zur Premium-Option übergehen. Übrigens brauchen Sie Ihren Schutz nicht gleich zu kündigen, falls Sie einmal knapp bei Kasse sind. Stattdessen können Sie sich von den Beiträgen freistellen lassen. Sie haben geheiratet oder sich getrennt? Es ist gut zu wissen, dass auch dies kein Grund ist, eine Risikolebensversicherung zu wechseln oder zu kündigen. Es steht Ihnen nämlich frei, die Bezugspersonen jederzeit zu ändern.