Risikolebensversicherung und Berufsunfähigkeit

Umfang und Grenzen der Absicherung

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Risikolebensversicherung und Scheidung: Das ist wichtig

Risikolebensversicherung (RLV) und Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehören zu den wichtigsten privaten Versicherungen. Beide können einen Verdienstausfall ausgleichen. Aber wo genau liegen die Unterschiede? Und lohnt es sich, die beiden Versicherungen miteinander zu kombinieren? Erfahren Sie mehr über den Absicherungsumfang der Risikolebensversicherung und die Option, sich gegen Berufsunfähigkeit im Rahmen einer Kombiversicherung abzusichern.

Zahlt die Risikolebensversicherung bei einer Berufsunfähigkeit?

Die Risikolebensversicherung zahlt nur dann, wenn die versicherte Person verstirbt. Oder, wie bei Verti der Fall, bei einer Lebenserwartung unter 12 Monaten. Sie dient als Hinterbliebenenschutz und kann die Familie des Verstorbenen finanziell absichern. Ist der Versicherte nicht mehr in der Lage zu arbeiten, greift die RLV also nicht. Ist man nicht mehr in der Lage, seinen Beruf ausüben zu können, sichert eine Berufsunfähigkeit die finanziellen Folgen ab. 

 
Kommt eine Risikolebensversicherung für Sie infrage?
 
 

Was haben RLV und BU gemeinsam?

Die Risikolebensversicherung und die Versicherung gegen Berufsunfähigkeit haben eine wesentliche Gemeinsamkeit: Beide dienen der finanziellen Absicherung, wenn das Einkommen unerwartet wegfällt – sei es durch Unfall, Krankheit oder Tod. Auch der Staat unterstützt in diesen Fällen finanziell. Werden Sie berufsunfähig, erhalten Sie ggf. eine Erwerbsminderungsrente. Im Todesfall erhält Ihre Familie u. U. Hinterbliebenenrenten. Diese Leistungen reichen aber oft nicht aus, um das entfallene Einkommen zu ersetzen. Zudem sind die staatlichen Hilfen an bestimmte Voraussetzungen gebunden.

Grenzen staatlicher Unterstützung

Ohne Risikolebensversicherung oder eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit erhalten Sie bzw. Ihre Hinterbliebenen ggf. nur die staatlichen Unterstützungen – und diese sind nicht sehr hoch:

Erwerbsminderungsrente: Ihre Höhe richtet sich nach den bis zum Zeitpunkt der Berufsunfähigkeit erworbenen Rentenansprüchen. Anspruch auf die volle Höhe haben Sie aber nur dann, wenn Sie keine Tätigkeit mindestens drei Stunden täglich ausführen können. Ihr eigentlicher Beruf spielt nur eine Rolle, wenn Sie vor 1961 geboren wurden. Können Sie mehr als drei Stunden und weniger als sechs Stunden arbeiten, erhalten Sie nur die Hälfte Ihrer Ansprüche aus der Erwerbsminderungsrente.

Hinterbliebenenrenten: Hinterbliebene Ehe- und Lebenspartner sowie Kinder haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Witwen- bzw. Witwerrente oder Waisenrente. Die Witwen-/Witwerrente beträgt aber nur in den ersten drei Monaten die volle Höhe der gesetzlichen Rente des Verstorbenen. 

Im Anschluss wird sie von der großen (55 Prozent) bzw. der kleinen (25 Prozent) Witwen-/Witwerrente abgelöst. Anspruch auf 55 Prozent der gesetzlichen Rente des Verstorbenen haben z.B. nur Hinterbliebene, die älter als 47 Jahre, erwerbsgemindert sind oder ein minderjähriges Kinder erziehen, wobei es hier auch für volljährige Kinder Ausnahmen geben kann. 

Eigenes Einkommen wird unter Berücksichtigung von Freibeträgen angerechnet. Bei einer erneuten Heirat erlischt der Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente.

In der Regel reichen die Renten nicht aus, um allen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen (z. B. Miete oder Kreditrückzahlungen) und den gewohnten Lebensstandard zu halten. Eine private Zusatzversicherung ist daher empfehlenswert.

 
Möchten Sie Ihre Familie mit einer RLV finanziell absichern?
 
 

Wo liegen die Unterschiede?

Die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit und die Risikolebensversicherung greifen in unterschiedlichen Versicherungsfällen. Die BU zahlt, wenn das Einkommen durch Berufsunfähigkeit entfällt – die versicherte Person lebt noch. Der Versicherer zahlt in diesem Fall eine monatliche Rente, bis der Versicherte wieder arbeiten kann, doch höchstens bis zum Rentenalter. So können Sie und Ihre Familie in der Zeit der Berufsunfähigkeit häufig den gewohnten Lebensstandard halten. Verstirbt der Versicherte, enden die Zahlungen aus der BU-Versicherung.

Die RLV wiederum zahlt dann, wenn die versicherte Person stirbt. Ist sie aufgrund einer körperlichen oder psychischen Erkrankung „nur“ berufsunfähig, zahlt die Risikolebensversicherung nicht. Ein weiterer Unterschied zur BU besteht darin, dass die Versicherungssumme normalerweise in einer Summe und nicht als monatliche Rente ausgezahlt wird.

Die Risikolebensversicherung und die Versicherung gegen Berufsunfähigkeit gehören zu den wichtigsten Versicherungen für Familien.

Ist es eine gute Idee, RLV und BU zu koppeln?

Manche Anbieter bieten eine Kombination aus Risikolebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung an. Mit einer solchen Kombi-Police sind Sie theoretisch gegen jede Situation versichert, die dazu führen kann, dass ein Einkommen wegen Erkrankung oder Tod wegfällt. Das klingt zunächst einmal verlockend. Die Kombination der beiden Versicherungen hat aber sowohl Vor- als auch Nachteile.

Vor- und Nachteile einer Kombiversicherung

Zu den Vorteilen gehört, dass Sie nur einen Versicherungsantrag stellen. Aus diesem Grund brauchen Sie auch die Gesundheitsfragen nur einmal zu beantworten. Ebenfalls vorteilhaft ist, dass viele Versicherer Kombiversicherungen zu günstigeren Konditionen anbieten. So zahlen Sie gegebenenfalls weniger, als wenn Sie separate Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit und Risikolebensversicherungen abschließen. Im Falle einer Berufsunfähigkeit bieten viele Versicherer die Option einer Beitragsbefreiung an. Nehmen Sie die BU in Anspruch, kann die RLV dann beitragsfrei weitergeführt werden. Der größte Nachteil einer Kombination aus RLV und BU ist sicherlich die geringe Flexibilität. Auf neue Lebensumstände kann der Versicherungsschutz nur bedingt angepasst werden. 

 
Bevorzugen Sie die Flexibilität einer separaten Risikolebensversicherung?