Die 10 größten Rechts-Irrtümer im Straßenverkehr

Von wenig beachteten Regeln bis zu auffälligem Unwissen

Die 10 größten Rechts-Irrtümer im Straßenverkehr
Auf Deutschlands Straßen ist bekanntlich viel los – und Tag für Tag erleben wir hier alle Kurioses. Von Autofahrern, die nicht mehr blinken über Radfahrern, die scheinbar wenig von Regeln halten bis zu gewagten Manövern, an denen wir lieber nicht beteiligt sind. Manchmal sind Verkehrsteilnehmer auch schlicht nur Irrtümern aufgesessen. Da schadet es nichts, wenn man sich selbst ab und zu die häufigsten Irrtümer und Regeln des Straßenverkehrs wieder einmal vor Augen führt – und so sein Verkehrsteilnehmer-Wissen auffrischt. Oder hätten Sie gewusst, dass Radfahrer auch bei vorhandenem Fahrradweg selbstverständlich auf der Straße fahren dürfen – es sei denn, es gibt ein verbindliches Verkehrsschild für die Nutzung?
 
Wir haben die Liste der 10 meist verbreiteten Irrtümer im deutschen Straßenverkehr für Sie zusammengestellt, damit Sie beim nächsten Mal Bescheid wissen und richtig handeln: 
   

1. Mindestgeschwindigkeit auf der Autobahn

 
Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn müssen grundsätzlich in der Lage sein, mindestens eine Geschwindigkeit von 60 km/h zu erreichen. Mofas, Fahrräder, Kehrfahrzeuge oder dergleichen scheiden damit aus. Aber das heißt nicht: mindestens 60 km/h Geschwindigkeit sind ein Muss. Auch auf der Autobahn gilt: Das Tempo muss den Umständen entsprechend sein – bei dichtem Nebel oder schlechteren Witterungsbedingungen sollten Sie sogar langsamer fahren– um sich selbst oder andere nicht zu gefährden.
Nachzulesen unter: § 18 Absatz 1 StVO; § 3 Absatz 1 StVO
  

2. Reißverschlussverfahren auf der Autobahn-Auffahr-Spur

 
Auf dem Beschleunigungsstreifen, auf dem Sie auf die Autobahn auffahren, müssen Sie die Vorfahrt der anderen Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr achten, derjenigen nämlich, die bereits auf der Autobahn fahren. Ihre Geschwindigkeit müssen Sie fürs Auffahren entsprechend anpassen. Ein Reißverschlussverfahren gibt es in dem Sinne also nicht.
Nachzulesen unter: § 18 Absatz 2 und 3 StVO
 

3. Lichthupe vom Hintermann – Nötigung oder nicht ?

 
Außerhalb von geschlossenen Ortschaften dürfen Sie per Lichthupe Ihre Überholabsicht ankündigen, das heißt ein kurzes Signal geben. Außerdem dürfen Sie die Lichthupe einsetzen, fährt jemand auf einer mehrspurigen Fahrbahn ohne Grund auf der linken Spur. Das ist mitnichten Nötigung – sondern gutes Recht im Straßenverkehr. Wer dabei allerdings zu dicht auffährt und drängelt, nötigt wiederum.
Nachzulesen unter: § 5 Absatz 5 StVO
 

4. Das Rechtsfahrgebot gilt immer

 
Meist – aber nicht immer – gilt das Rechtsfahrgebot auf der Autobahn. Bei drei oder mehr Spuren dürfen Verkehrsteilnehmer davon abweichen. Sie müssen nicht immer wieder nach rechts einscheren. Dann nämlich, wenn rechts wenigstens hin und wieder andere Autos sehr viel langsamer fahren.
Nachzulesen unter: § 7 Absatz 1 StVO
 

5. Führerscheinentzug bei Alkoholkonsum erst bei 0,5 Promille?

 
Falsch! Wenn Sie im Straßenverkehr Schlangenlinien fahren und damit sogenannte „alkoholbedingte Ausfallerscheinungen“ zeigen, droht wegen dieser „relativen Fahruntüchtigkeit“ auch der Führerscheinentzug. Auch wenn Sie nur 0,3 oder 0,4 Promille Alkohol im Blut haben.
Nachzulesen unter: § 316 StGB; Beschluss Kammergericht Berlin, Az. (3) 1 Ss 192/11 (73/11)


6. Parkplatz freihalten

 
„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, das gilt auch bei der Parkplatzsuche. Einen Parkplatz zu blockieren und so „freizuhalten“ – ob durch Personen oder aufgestellte Gegenstände –, ist gemäß Verkehrsregeln nicht erlaubt.
Nachzulesen unter: § 12 Absatz 5 StVO
  

7. Der grüne Pfeil auf schwarzem Grund für Abbieger

 
Er prangt rechts oben neben dem roten Ampellicht und bedeutet: Auch wenn Rot ist, dürfen Sie rechts abbiegen. Aber: Sie müssen zuerst anhalten und alle anderen Verkehrsteilnehmer fahren lassen. Erst dann dürfen Sie abbiegen.
Nachzulesen unter: § 37 Absatz 2 Ziffer 1 StVO
  

8. Wer blinkt wann beim Kreisverkehr?

 
Beim Einfahren in den Kreisverkehr wird nicht geblinkt. Wohl aber beim Ausfahren.
Nachzulesen unter: § 8 Absatz 1a Satz 2 StVO sowie § 9 Absatz 1 StVO
 

9. Parkknöllchen am Samstag erhalten

 
Manche Schilder verlangen ein Parkticket „nur werktags“. Wer am Samstag also ohne Ticket parkt, erhält ein „Knöllchen“. Warum? Das Straßenverkehrsrecht unterscheidet Werktage, Sonntage und Feiertage. Samstage gehören zu den Werktagen, wenn auch für viele Menschen nicht zu den „Arbeitstagen“.
Nachzulesen z. B. unter: Beschluss Oberlandesgericht Hamm, AZ: 2 Ss OWi 127/01
 

10. Blinken auf der Vorfahrtsstraße

 
Vorsicht bei der abknickenden Vorfahrtsstraße: Hier muss nach den Verkehrsregeln jeder blinken, der der Vorfahrtsstraße weiter um die Kurve folgt. Wer dagegen geradeaus fährt, obwohl er die Vorfahrtsstraße verlässt, muss nicht blinken. Allerdings muss er den