Was sind Radarwarner, und darf man sie überhaupt benutzen?

Das sagt das Gesetz zu Blitzer-Apps und Co.

( Wörter)

Was sind Radarwarner, und darf man sie überhaupt benutzen?

Rasen, was das Zeug hält, und dank Radarwarner nie mehr in Sorge sein, ob im Gebüsch ein mobiler Blitzer lauert oder an der nächsten Kreuzung ein Starenkasten steht: Für manch einen Autofahrer ist das vielleicht ein wahr gewordener Traum. Doch, wie bei Träumen so oft, ist das ein bisschen zu gut, um wahr zu sein. (Und die meisten von uns würden wahrscheinlich sagen: Gott sei Dank!) Rechtlich gesehen sind Radarwarner nämlich durchaus problematisch. Die Frage ist aber: Sind sie auch tatsächlich verboten? Die Antwort ist ein klares „Jein“ – und das wollen wir hier noch einmal genauer beleuchten.


Was können Radarwarner?


Die Polizei setzt verschiedene Methoden ein, um Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen. Zum Einsatz kommt dabei eine dieser drei Techniken: Radar, Laser oder die Lichtschranke. Nicht jeder Radarwarner funktioniert bei allen diesen Techniken. Strenggenommen sagt es ja auch schon der Name: Ein Radarwarner warnt in erster Linie vor Radarfallen – und eben nicht vor Lasermessungen oder Lichtschranken.

Die meisten Radarwarner können primär fest installierte Radaranlagen erkennen. Für die Erkennung mobiler Anlagen ist etwas mehr Technik nötig, funktionieren tut das aber durchaus. Denn die Geräte messen einfach die Radarwellen, die von den Messgeräten der Polizei ausgehen, und senden ein entsprechendes Warnsignal, sobald sie sie empfangen. Etwas problematisch ist, dass dieselben Wellen auch von anderen Gegenständen ausgehen können, so dass der Radarmelder unter Umständen falschen Alarm schlägt – was natürlich nicht im Sinne des geneigten Rasers ist, der dann unnötigerweise bremst.

Am häufigsten werden die sogenannten Blitzer-Apps als Radarwarner genutzt, häufig gibt es jedoch auch in Navigationsgeräte integrierte Apps mit derselben Funktion. Auch sie erkennen fest installierte, teilweise auch mobile Radaranlagen. Um Laser oder Lichtschranken zu erkennen, eignen sich diese Geräte bzw. Applikationen jedoch nicht.




Doch es gibt nichts, was es nicht gibt: Wer es wirklich drauf anlegt, kann auch hierfür entsprechende Geräte erwerben, die jedoch auch kostspielig sind. Sie machen die Geschwindigkeitsmesspunkte nicht bloß auf der Autofahrt ausfindig, sondern stören die Messung direkt, verunmöglichen also eine Geschwindigkeitsmessung.




Bevor Sie nun womöglich (wir hoffen es natürlich nicht) in Begeisterungsstürme ausbrechen, hier der Wermutstropfen: Legal ist das nicht.

Sind Radarwarner legal – oder doch eher nicht?


Also sind Radarwarner verboten? Nun ja, eigentlich schon. Die Gesetzeslage ist aber eben nicht ganz lückenlos. Grundsätzlich sind die Radarwarner-App und auch deren Benutzung nicht verboten, wohl aber deren aktive Nutzung bei der Fahrt. Das bedeutet: Ein Autofahrer darf sich im Vorwege über Radarfallen auf seiner Fahrstrecke erkundigen, er darf sie aber nicht während der Fahrt abrufen. Konkret heißt das: Wer dabei erwischt wird, wie er mit einer geöffneten Blitzer-App fährt, zahlt – und das nicht zu knapp: 75 Euro plus ein Punkt in Flensburg werden dabei fällig. Das gilt auch für Apps, die im Navi integriert sind.

Eine gewisse Grauzone stellt die Nutzung der App durch mitfahrende Personen dar. Diese dürfenden Fahrer nicht auf die Radarfalle aufmerksam machen, sondern müssten zu langsamerem Fahren mahnen; nachprüfbar ist das jedoch wohl kaum.




Bei Geräten, die ausschließlich dazu dienen, Radarfallen zu erkennen oder Störsignale zu senden, die korrekte Geschwindigkeitsmessungen beim Laser- und Lichtschrankenverfahren zu verhindern, ist auch das bloße Mitführen verboten. Diese Geräte werden von der Polizei sofort beschlagnahmt und natürlich fällt auch dann ein Bußgeld an.




Aus also der Traum vom straffreien Rasen? Ja, gottlob wohl schon! Davon profitieren jedoch nicht nur zivile Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer, sondern tatsächlich auch die, die nun ihre Lust am schnellen Fahren etwas zähmen müssen. Denn: Wer bei überhöhter Geschwindigkeit einen Unfall verursacht oder daran beteiligt ist, riskiert unter Umständen den Schutz seiner Autoversicherung. Sie sehen: Wir müssen uns, toller Warn-Apps und -Gadgets zum Trotz, im Straßenverkehr weiterhin zivilisiert geben – und haben aber doch auch irgendwie alle was davon.