Ist die Privathaftpflicht eine Pflichtversicherung?

Warum die Privathaftpflicht zwar keine Pflicht ist, aber unbedingt empfehlenswert

Ist die Privathaftpflicht eine Pflichtversicherung?
Nobody’s perfect – und jeder macht mal Fehler. Das soll jedoch nicht zum Schaden eines anderen sein – so will es der deutsche Gesetzgeber. Zu Recht – denn was kann der Geschädigte dafür, wenn Sie sein iPad fallen lassen, beim Straße überqueren aufs Handy schauen und nicht aufpassen oder mit der Jacke an seinem neuen Fernseher hängen bleiben. Dafür müssen Sie geradestehen – mit Ihrem Privatvermögen oder dem, was Sie in Zukunft erwirtschaften, ohne Begrenzung einer Schadenshöhe. Das ist Pflicht. Keine Pflicht dagegen ist der Abschluss einer Privathaftplicht, die entstandene Sach-, Personen- oder Vermögensschäden für Sie übernimmt. Eine gute Sache ist der Abschluss aber allemal – angesichts der möglichen Schadenssummen, die auf einen zukommen könnten …
 

Was genau beinhaltet die Haftpflichtversicherung?

Eine Privathaftpflicht versichert die Haftpflichtrisiken, die Ihnen als Privatperson im Alltag entstehen. Müssen Sie also einem Dritten Schadenersatz per Gesetz leisten, springt die Privathaftpflicht für Sie ein.
Dabei besteht die Privathaftpflicht aus zwei rechtlichen Bestandteilen:
1. einem aktiven Rechtsschutz und 
2. einem passiven Rechtsschutz. 
Aktiv – weil die Versicherung berechtigte finanzielle Forderungen Dritter im Versicherungsfall übernimmt. Passiv – weil die Haftpflicht bestimmte Ansprüche abwehrt, die unberechtigterweise an Sie als Versicherten gestellt werden. Die Kosten, die diese Abwehr verursacht, müssen Sie als Versicherter ebenfalls nicht tragen.
 

Die Private Haftpflicht deckt also z. B. folgende Schäden ab:

  • das vom Tisch gefegte Notebook: beim Besuch Ihrer Freundin, während Sie ein Video anschauen.
  • die Personenschäden des gestürztes Radfahrers: der auf der Straße wegen Ihrer Unachtsamkeit nicht mehr ausweichen kann – und vom Krankenwagen abgeholt werden und anschließend in die Reha muss.
  • den zu ersetzenden Teppich: weil Sie bei der Einladung zum Abendessen den Rotwein auf dem teuren, hellen Perser verschüttet haben.


Typischerweise ausgeschlossen ist in der Privathaftpflicht hingegen Folgendes:

  • Schäden, die Sie vorsätzlich herbeiführen
  • Ansprüche von Angehörigen Ihrer Familie, die im gleichen Haushalt lebt
  • Schäden an Sachen, die sich in Ihrem Besitz befinden, weil Sie diese gemietet, geliehen, geleast oder gepachtet haben – ausgenommen sogenannte Mietsachschäden 
  • Schäden, die während Ihrer beruflichen Tätigkeit entstehen
  • Schäden, die Sie selbst erleiden


Gibt es Unterschiede bei den Anbietern? Wann sich Vergleichen lohnt…

Bei der Vielzahl an Anbietern auf dem Markt ergeben sich teilweise große preisliche Unterschiende. Abhängig davon, welche Leistungen eingeschlossen sind, können Sie als Single oder Senior auch in besonders günstige Tarife einsteigen. Ebenso können Direktversicherer für Sie günstiger anbieten. Und gespart werden kann schließlich auch bei der Zahlungsweise – wenn Sie nämlich jährlich zahlen statt monatlich oder je Quartal. Kurz: Vergleichen lohnt sich.
Unser Ratschlag: Schließen Sie eine Privathaftpflicht ab – auch wenn’s keine Pflichtversicherung ist – die wichtigste freiwillige Versicherung für Ihren privaten Alltag ist und bleibt die Privathaftpflichtversicherung. Und das gilt ohne Ausnahme. Die Nachteile bei fehlender Haftpflichtversicherung im Falle, Sie werden schadensersatzpflichtig, sind können sehr hoch sein. Die jährlichen Kosten dafür gering.