Günstigere Motorradversicherung durch Drosseln

Wie eine Motorrad-Drosselung den Versicherungsbeitrag beeinflusst

Günstigere Motorradversicherung durch Drosseln
Die Leistung Ihres Motorrades drosseln oder nicht drosseln? Das scheint für Biker eine Schicksalsfrage. Schließlich gibt man freiwillig Power ab. Doch für die Motorradversicherung ist die Antwort klar: Wer sein Motorrad drosselt, zahlt weniger.
 

Warum macht eine Motorrad-Drosselung die Motorradversicherung billiger?

 
Die Motorradversicherung berechnet den Tarif anhand zahlreicher Faktoren, wie zum Beispiel dem Wohnort und dem Familienstand. Besonders wichtig ist die PS-Zahl: Gemütliche 52 kW – das sind 70 PS – lassen sich besser beherrschen als 147 kW oder 200 PS. Ein Unfall ist mit weniger Leistung weniger wahrscheinlich. Das belohnt die Motorradversicherung nicht nur bei Maschinen, die von vornherein eine niedrige KW- oder PS-Zahl aufweisen. Die Motorradversicherung gewährt auch einen Preisnachlass, wenn ein Fahrer die Motorleistung nachträglich nach unten anpasst.
 

Wozu eine Motorrad-Drossel?

 
Die Hersteller bieten zahlreiche Motorrad-Modelle mit mageren Motoren an. Trotzdem entscheiden sich viele Biker für die Drosselung ihrer starken Maschine, anstatt in ein schwaches Motorrad zu investieren. Ein Grund dafür kann sein, dass es sich dabei um Fahranfänger handelt. Der Gesetzgeber erlaubt Anfängern zunächst nur den Führerschein A2. Damit lassen sich Motorräder mit einer Leistung bis zu 35 kW – das sind 48 PS – bewegen. Zudem darf das Leistungsgewicht des Motorrads 0,2 kW/kg nicht überschreiten. Nach frühestens zwei Jahren können die Fahrer in die Führscheinklasse A aufsteigen. Anstatt sich ein komplett neues Motorrad zu kaufen, kann der Motorradfahrer seine Maschine dann einfach wiederherstellen lassen.
 
 

Was müssen A2-Fahrer noch beachten?

 
Verti lichtet den Paragrafen-Dschungel für Sie: 35 kW (48 PS) bei 0,2 kW/kg ist nicht die einzige Bedingung für A2-Fahrer. Das Motorrad darf vor dem Drosseln maximal 70 kW (95 PS) haben.
 
Diese Regel gilt erst seit Ende 2016. Wurde Ihr A2-Führerschein zwischen dem 19. Januar 2013 und dem 27. Dezember 2016 ausgestellt, gilt allerdings Bestandschutz. Sie dürfen Ihr Motorrad mit Drossel weiterhin nutzen, auch wenn die Ausgangsleistung 70 kW oder 95 PS übersteigt. Der Nachteil dabei ist, dass Sie mit der Maschine in Deutschland bleiben müssen. Im Rest Europas gilt der Bestandschutz nicht.
 

Weitere Gründe für eine Motorrad-Drosselung

 
Angenommen Sie ziehen um. An Ihrem neuen Wohnort gelten strengere Bestimmungen zum Lärmschutz oder zu Abgasen. Dann kann es sein, dass Sie Ihr geliebtes Motorrad drosseln müssen. Unser Tipp: Drosseln Sie so, dass Sie bei Ihrer Motorradversicherung in die nächste untere Leistungsklasse fallen. Informieren Sie sich. Das spart Geld.
 

Was kostet eine Motorrad-Drossel?

 
Wie viel Sie für die Drosselung Ihrer Maschine ausgeben müssen, kommt auf den Motorrad-Typ an. Der Materialpreis kann zwischen ein paar und mehreren hundert Euro liegen. Die Werkstatt nimmt für den Einbau mindestens 50 Euro, meistens mehr. Der TÜV verlangt ebenfalls 50 Euro. Das Ganze zahlen Sie noch mal, wenn Sie die Motorrad-Drossel entfernen lassen. Immerhin können Sie die Drossel mitnehmen und verkaufen.
 

Motorrad selbst drosseln? Wie reagiert die Motorradversicherung?

 
Wenn Sie Ihr Bike selbst umbauen wollen, müssen Sie allerhand Bestimmungen beachten, die wir hier nicht einzeln aufzählen können. Auf jeden Fall sollten Sie die Änderungen an Ihrem Motorrad in den Fahrzeugschein eintragen lassen. Informieren Sie auch Ihre Motorradversicherung, wenn Sie mehr KW oder PS aus der Maschine rausholen als der Hersteller vorsieht. Lassen Sie das Tuning stillschweigend unter den Tisch fallen, bekommen Sie nach einem Unfall Ärger.
 
Egal ob Sie drosseln oder im legalen Rahmen frisieren: Verti, Ihre Motorradversicherung wünscht satten Schub und guten Rundlauf.