Mobbing am Arbeitsplatz – was ist das und was kann man tun?

Wie kann man gegen Mobbing am Arbeitsplatz vorgehen? Hier finden Sie Tipps und Ratschläge.

( Wörter)

Mobbing am Arbeitsplatz – was kann man tun?

Schikanen, üble Nachrede, Belästigung und Co. durch Kollegen oder Vorgesetzte können für betroffene Arbeitnehmer zu einem Alptraum werden. Schon ein einfaches Missverständnis wird im beruflichen Alltag manchmal zu einem komplexen Problem. In welcher Form auch immer - Mobbing am Arbeitsplatz hat häufig schwerwiegende Konsequenzen.


Was ist Mobbing am Arbeitsplatz?


Die Begrifflichkeit „Mobbing“ geht zurück auf das Wort „mob“. Im englischen Sprachgebrauch heißt das Substantiv so viel wie Gesindel, Pack oder Pöbel. Als Verb hingegen meint es, eine Person anzugreifen oder zu bedrängen. Man gebraucht den Begriff Mobbing heute immer dann, wenn von einer zielgerichteten Belästigung oder auch von einer Ausgrenzung bestimmter Personen die Rede ist. Ziel der „Mobber“ ist es meist, ihr „Mobbing-Opfer“ dazu zu bewegen, die Flinte ins Korn zu werfen bzw. den sprichwörtlichen Hut zu nehmen.

Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin haben rund 2,7 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer zumindest kurzzeitig Mobbing am Arbeitsplatz erlebt: entweder durch Ausgrenzung, durch Benachteiligungen oder durch sukzessives Schikanieren . 11,3 Prozent hingegen waren über einen längeren Zeitraum hinweg Mobbing durch einzelne Personen oder gar durch ganze Gruppen ausgesetzt.


Mobbing am Arbeitsplatz – Hilfe


  • Betroffene verhalten sich meist defensiv oder reagieren betont freundlich auf ihre Peiniger, in der Hoffnung, dass die Anfeindungen aufhören. Dadurch verschlimmern sie ihre Situation am Arbeitsplatz jedoch meist nur. Weil sie sich emotional immer mehr belastet fühlen, erleichtern sie Mobbern sogar ihr Vorgehen. Bleiben Sie deshalb keinesfalls untätig. Lassen Sie sich nicht weiter in die Opferrolle hinein drängen.
  • Es hilft oftmals schon, die Situation wertfrei zu analysieren und die gesamte Problematik klarer einzuschätzen. Betroffene Arbeitnehmer sind zunächst gut beraten, eigene Verhaltensweisen möglichst objektiv zu überdenken, um so herauszufinden, was genau sie zu einem Mobbing-Opfer gemacht hat. Möglicherweise sind gar nicht sie selbst das „Problem“ für den oder die Mobber - sondern ihre Position oder ein besonderes Verhältnis zum Vorgesetzten macht sie zur Zielscheibe.
  • Die direkte, sachliche Ansprache der Mobber ist erfahrungsgemäß eine gute Basis, um die Gesamtsituation zu verändern. Es ist diesbezüglich häufig zu beobachten, dass Angreifer ihre Opfer in Ruhe lassen, wenn sie sich in der Form konfrontiert fühlen. Somit realisieren sie meist, dass sich ihr Opfer nicht mehr in eine untergeordnete Rolle drängen lässt – und dass letztlich sie als Mobber sogar Konsequenzen zu erwarten haben.
  • Wer sich nicht in der Lage fühlt, die Angreifer direkt anzusprechen, sollte sich Verbündete suchen. Egal, ob vertrauenswürdige Personen aus dem Kollegenkreis, Freunde oder professionelle, externe Berater: Durch den psychologischen Background wird es für Betroffene oftmals erheblich leichter, sich der Situation zu stellen und positive Veränderungen herbeizuführen.

Arbeitsschutzgesetz bei Mobbing


Mit Blick auf das Arbeitsschutzgesetz sind Unternehmen verpflichtet gegen Mobbing am Arbeitsplatz vorzugehen. Nicht nur, weil durch die damit verbundenen Begebenheiten im beruflichen Alltag das gesamte Arbeitsklima negativ beeinflusst wird oder weil dem Unternehmen ein erheblicher Imageschaden drohen könnte. Vielmehr ist die Tatsache, dass Mobbing in einem Unternehmen ein akutes Thema ist, ein klares Indiz dafür, dass der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern nicht nachkommt. Ist demnach die Geschäftsleitung nicht in der Lage, das Problem zu lösen, ist sie verpflichtet, externe Berater hinzuzuziehen.

Durch gezielte vorbeugende Maßnahmen kann gewährleistet werden, schon im Vorfeld eine Eskalation zu verhindern. Im Zuge dessen können gegebenenfalls bereits vorhandene Missstände in der Arbeitsorganisation aufgedeckt und behoben werden. Außerdem soll somit der gesamte Mitarbeiterstab über die Gefahren des Mobbings informiert und entsprechend sensibilisiert werden.

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