Lichthupe, Drängeln und Co.

Das müssen Sie über Nötigung im Straßenverkehr wissen

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Lichthupe, Drängeln und Co.

Die Welt ist hektischer geworden. Verkehrsteilnehmer möchten ihren Zielort möglichst schnell erreichen. Zugleich hat das Verkehrsaufkommen drastisch zugenommen, was nicht nur zu dichtem Verkehr führt, sondern auch Spannungen mit sich bringt. Nie zuvor waren Kraftfahrer so gereizt. Mehr denn je wird auf unseren Straßen gedrängelt, geschimpft und provoziert.

Polizisten und Verkehrspsychologen können diese Entwicklung bestätigen. Im Vergleich zu früheren Jahren geht es auf Deutschlands Straßen rauer zu. Häufiger wird dicht aufgefahren, gedrängelt und geschimpft - obwohl solch ein Verhalten in zahlreichen Fällen nicht zulässig ist und schon gar nicht zur Sicherheit im Straßenverkehr beiträgt. Negatives Verhalten gilt es zu meiden, d.h. jeder Kraftfahrer sollte sich an die Regeln halten und anderen ein positives Vorbild sein.

Lichthupe, Drängeln und Co. – Welches Verhalten ist verboten?

Was korrektes Verhalten im Straßenverkehr betrifft, so hat jeder Kraftfahrer seine ganz eigenen Vorstellungen. Einige sind der Meinung, ihr Verhalten sei vollkommen legitim, obwohl sie damit gegen Verkehrsregeln verstoßen. Andere fühlen sich in bestimmten Situationen wiederum zu einer Handlung genötigt, obwohl dies aus rechtlicher Sicht nicht der Fall ist.

Eines der größten Probleme ist in diesem Zusammenhang, dass es schwierig ist, pauschale Aussagen zu treffen. Laut Gesetzt liegt eine Nötigung vor, wenn Menschen in ihrem Willen bzw. ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt oder zu etwas gezwungen werden, was sie nicht möchten. Dennoch ist letztlich jede Situation individuell zu bewerten, um darüber urteilen zu können, ob eine Nötigung vorliegt oder nicht.

  • Dichtes Auffahren: Es ist entscheidend, bei welcher Geschwindigkeit mit welchem Abstand aufgefahren wurde und wie lange dies andauerte. Wer z.B. mehr als einen Meter dicht auffährt und diesen Abstand länger hält, nötigt den anderen Verkehrsteilnehmer im Regelfall.
  • Ausbremsen: Jemanden auszubremsen, d.h. ihn zu einer deutlichen Verringerung seiner Geschwindigkeit oder gar zum Stehen zu bewegen, stellt üblicherweise eine Nötigung dar. Allerdings muss dies nicht zwingend der Fall sein, beispielsweise wenn die Notwendigkeit einer Gefahrenbremsung bestand.
  • Überholbehinderung: Wer andere am Überholen hindert, indem er beispielsweise die Spur nicht freigibt, bewegt sich auf dünnem Eis. Sollte kein triftiger Grund für dieses Verhalten vorliegen, ist von einer Nötigung auszugehen.

Nötigung im Straßenverkehr – kein Kavaliersdelikt

Zahlreiche Kraftfahrer sind sich der möglichen Konsequenzen einer Nötigung im Straßenverkehr nicht bewusst. Sollte eine Nötigung festgestellt werden, liegt ein Straftatbestand vor. Der Betroffene kann nicht nur mit einem Bußgeld, sondern auch drei Punkten in Flensburg rechnen. Somit droht auch ein Entzug der Fahrerlaubnis, über dessen Dauer ein Gericht entscheidet. Meist erstreckt er sich über den Zeitraum von ein bis drei Monaten. Allerdings kann er auch bis zu fünf Jahre betragen.

Kommt es aufgrund der Nötigung zu einem Unfall, kann dem Betroffenen eine Teilschuld oder sogar die volle Schuld zugesprochen werden. Seine Kfz-Haftpflichtversicherung wird die Haftungsansprüche der anderen Unfallbeteiligten befriedigen. Allerdings kann beim Vollkaskoschutz, welcher Schäden am eigenen Fahrzeug abdeckt, eine Verringerung der Entschädigungsleistung drohen.

Richtiges Verhalten in angespannten Situationen im Straßenverkehr

Wer sich von anderen Verkehrsteilnehmern gestört fühlt, sollte in jedem Fall die Ruhe bewahren. Bei einem langsamen vorausfahrenden Auto empfiehlt es sich, das Tempo anzupassen und einen angemessenen Abstand einzuhalten, um bei entsprechender Gelegenheit sicher überholen zu können.

Für den umgekehrten Fall, dass jemand bedrängt wird, gilt es ähnlich zu verfahren. Man sollte sich auf keinen Fall unter Druck gesetzt fühlen und schon gar nicht so beschleunigen, dass das geltende Tempolimit überschritten wird. Von Beleidigungen mittels Handzeichen und ähnlichen Maßnahmen ist abzusehen, da solch ein Verhalten ebenfalls bestraft wird.