Lebensversicherung nach Scheidung: Es muss nicht gleich die Kündigung sein

Um hohe Verluste zu vermeiden, gibt es Alternativen - Begünstigter im Todesfall kann auf Wunsch geändert werden

Lebensversicherung nach Scheidung: Es muss nicht gleich die Kündigung sein
Eine Scheidung ist keine angenehme Sache, denn neben einem gebrochenen Herzen gibt es auch ziemlich viel Papierkram zu erledigen. Schließlich ist es nach einer Scheidung wichtig, alle Angelegenheiten zu ordnen und für klare Verhältnisse zu sorgen. Bei der gemeinsamen Wohnung oder dem Haus ist das vielleicht noch recht unproblematisch zu lösen. Wirklich knifflig wird es jedoch, wenn es um gemeinsame Verträge, wie eine Lebensversicherung geht. Hier ist zumeist einer der Partner als Begünstigter eingetragen.
Bei der Mehrzahl der Versicherungsverträge läuft die Lebensversicherung über einen Versicherungsnehmer und es wird ein Begünstigter benannt, der die Geldsumme im Todesfall erhalten soll. In diesem Fall ist das Prozedere recht einfach: Wenn man sich scheiden lässt, wird der Name des zuvor Begünstigten geändert, solange man umgehen möchte, dass der Ex-Partner im Falle des eigenen Todes ausbezahlt wird.
Der Begünstigte ändert sich nämlich nicht automatisch durch eine Scheidung, was viele oft annehmen. Für die Änderung reicht eine formlose Mitteilung an die Versicherung darüber, wer als neuer Begünstigter festgelegt werden soll. Tipp: Ideal für die Bezeichnung ist der vollständige Name oder anstatt z.B. „Ehefrau“, „aktuelle“ Ehefrau einzutragen, um Verwirrungen zu vermeiden und die Begünstigung der falschen Personen zu verhindern.
 

Lebensversicherung kündigen nach Scheidung: hohe Verluste beim Rückkaufswert

 
Im Falle einer Scheidung im Rahmen des Zugewinnausgleichs findet auf Antrag zwischen den Partnern eine Vermögensauseinandersetzung statt. Im Grundsatz erhält dabei jeder Ehepartner das Kapital zurück, das er einst mit in die Partnerschaft eingebracht hat. Alles Geld, das während der gemeinsamen Zeit erwirtschaftet oder angespart wurde, muss hälftig geteilt werden. 
 
Kündigung: Bei einer Lebensversicherung heißt das leider oft, dass diese vor Vertragsende gekündigt werden muss. Der Rückkaufswert liegt dabei aber üblicherweise weit unter dem eigentlichen Vermögenswert, der am Ende der Laufzeit ausbezahlt würde. Bei relativ frisch abgeschlossenen Versicherungen kann der Rückkaufswert sogar unter der Summe der bislang einbezahlten Beiträge liegen. 
 
Verrechnung der Vermögenswerte: Es ist zum Beispiel möglich, den aktuellen Rückkaufswert einer Lebensversicherung mit anderen Vermögenswerten zu verrechnen. Sind etwa Aktien oder ein Bausparvertrag vorhanden, kann ein Ausgleich geschaffen werden, ohne dass die entsprechenden Verträge gekündigt werden müssen. 
 
Vertrag abschließen: Alternativ ist es denkbar, einen Vertrag aufzusetzen, über den festgelegt wird, den Zugewinnausgleich für das Kapital in der Lebensversicherung erst bei Fälligkeit durchzuführen. Auf diese Weise geht kein Geld unnötig verloren. Ist einer der Ex-Partner sofort auf Geld angewiesen, kann ein Darlehen auf die Police aufgenommen werden. Dabei handelt es sich um einen Vorschuss auf die Versicherungszahlung. Mit der Fälligkeit des eigentlichen Vertrages wird die Schuld inklusive Zinsen dann getilgt.