Geduld bitte: Lange Wartezeiten bei Kfz-Zulassungen

Teils wochenlange Wartezeiten bei Zulassungsstellen sorgen wegen Corona bei Anmeldern und Autohändlern für Frust. Was Fahrzeughalter jetzt bei der Kfz-Zulassung beachten sollten.

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„Kundenbefragung: Kfz-Versicherer 2020“ – Verti macht den 3. Platz bei Direktanbietern
Wenn’s mal wieder länger dauert. Wer im Corona-Jahr hierzulande ein Auto zulassen oder ummelden möchte, braucht oft Zeit, Geduld und starke Nerven. Für die Kfz-Zulassung, die für gewöhnlich nur wenige Tage dauert, ist derzeit mit Wartezeiten von bis zu zehn Wochen zu rechnen. Das ärgert nicht nur Fahrer, deren Urlaub mit dem Auto womöglich durch wochenlanges Warten auf einen Termin geplatzt ist. Der Frust wächst auch bei Zulassungsdiensten, die auf Stapeln von Antragsunterlagen sitzen. Lesen Sie hier, was Autobesitzer jetzt beachten müssen und wie Sie lange Wartezeiten bei der Kfz-Zulassung möglicherweise umgehen können.
 
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Kfz-Zulassung in Corona-Zeiten: ganz Deutschland wartet 

Laut Medienberichten der Hauptstadt dauert das An- oder Ummelden eines Fahrzeugs mit bis zu zehn Wochen in keinem anderen Bundesland so lange wie in Berlin. Blickt man jedoch mal in die Lokalpresse, ganz gleich, ob in Nordrhein-Westphalen, Baden-Württemberg oder Sachsen, sieht es anderswo oft nicht viel besser aus. Kölner, Leipziger, Mannheimer oder Berliner, im Grunde warten derzeit alle – mal mehr, mal weniger.
 
Die Wartezeiten sind noch immer andauernde Auswirkungen der im März begonnenen Corona-Krise. Wie die zuständige Staatssekretärin Sabine Smentek (SPD) in der rbb-Abendschau am 24. Juli 2020 mitteilte, habe sich der im Frühjahr übliche Peak an Zulassungen wegen der Pandemie in diesem Jahr in die Sommerferien verlagert – und somit in eine Zeit, in der gerade Mitarbeiter mit Kindern Urlaub machten.
 
Erschwerend kommt hinzu, dass vielerorts die Öffnungszeiten der Zulassungsstellen geändert, bzw. verkürzt wurden. Problematisch ist außerdem, dass Wartebereiche und Büroplätze wegen der Abstandsregeln nicht voll genutzt werden können. Auch spontane Versuche vor Ort, das Auto an- oder umzumelden, sind aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen derzeit kaum möglich – ohne Termin geht oft gar nichts. Diesen über die überlasteten Online-Portale oder telefonisch zu ergattern, ist jedoch ebenso schwierig und kann mehrere Tage bis zu Wochen dauern.
 

In Berliner Zulassungsstellen soll Personal aufgestockt werden

Bis wann sich die angespannte Lage in den einzelnen Bundesländern wieder entspannt, ist nicht konkret abzusehen. In Berlin sollen die langen Wartezeiten in den Kfz-Zulassungsstellen laut Staatssekretärin Smentek bis Ende August zumindest halbiert werden. Um den Rückstau an unbearbeiteten Fällen abzubauen, sei unter anderem geplant, die Besetzung offener Stellen vorzuziehen sowie „das schon 2018 bewährte Mittel der Samstagsarbeit“ wieder einzuführen.
 
Um die angehäuften Anträge sukzessive abzuarbeiten, gehen viele Zulassungsstellen, wie zum Beispiel im oberfränkischen Landkreis Kulmbach, nach strikter Prioritätenliste vor. Das heißt, dass Zulassungsfälle mit sogenannten triftigen Gründen bevorzugt bearbeitet werden. Wer beispielsweise sein Fahrzeug für dringende Arztbesuche, Betreuung älterer oder kranker Menschen benötigt oder um täglich zur (mind. drei Kilometer entfernten) Arbeitsstätte zu fahren, kommt zuerst dran.
 
Alle anderen, nicht so dringenden Fälle müssen sich weiterhin in Geduld üben und mit dem Zulassen und Fahren warten. Dazu gehören aktuell unter anderem auch diejenigen, die ihr Cabrio, Motorrad oder Wohnmobil anmelden wollen.
 
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Die zeitsparende Alternative: Online Kfz-Zulassung

Eine Alternative zum Behördengang bietet die Online-Zulassung – zumindest theoretisch. Grundsätzlich sollen seit Oktober 2019 Neuzulassungen, Abmeldungen und Umschreibungen für Autos im Internet möglich sein. Allerdings bietet gerade mal die Hälfte der Zulassungsstellen in Deutschland den Service der sogenannten internetbasierten Kfz-Zulassung an.
 
Davon abgesehen gibt es besondere Voraussetzungen. So funktioniert das digitale Verfahren nur für Autos, die erstmals seit 1.1.2015 zugelassen wurden, da nur dann die Zulassungsbescheinigung Teil II mit dem benötigten Sicherheitscode versehen ist. Zudem müssen Fahrzeughalter unter anderem im Besitz eines neuen Personalausweises mit aktivierter eID-Onlinefunktion sein.
 
Eine weitere Voraussetzung ist der Nachweis einer Kfz-Versicherung. Diesen erhält man mittels elektronischer Versicherungsbestätigung zusammen mit der eVB-Nummer vom Kfz-Versicherer. Wann und wie Sie sich den Gang zur Zulassungsstelle und die Wartezeit sparen können und wie die Online-Zulassung genau funktioniert, können Sie im entsprechenden Artikel in unserem Verti Blog nachlesen.
 
Bislang war die flächendeckende Bereitstellung der Online-Methode seitens der Zulassungsstellen ebenso gering, wie die Bereitschaft der Autobesitzer, selbige zu nutzen. Somit bleibt zu hoffen, dass sich dies in Zeiten der noch andauernden Corona-Pandemie ändern wird.
 
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