Geleistete Stunden im Home-Office vom Arbeitgeber in Frage gestellt – wie kann man sich gegen Vorwürfe wehren?

Erfahren Sie, wie Sie sich gegen Streitigkeiten um Ihre geleistete Arbeitszeit wehren können.

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Geleistete Stunden im Home-Office vom Arbeitgeber in Frage gestellt

Das Home-Office liegt im Trend – eine wachsende Anzahl an Unternehmen räumt ihren Mitarbeitern die Möglichkeit ein, von zu Hause aus zu arbeiten. Doch leider hat diese Entwicklung eine Schattenseite. Zunehmend häufiger führt das Home-Office zu Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, mit denen sich schlussendlich Arbeitsgerichte befassen müssen.


Arbeitszeiten im Home Office: Wie es zu Streitigkeiten kommt


Nicht jedes Unternehmen schließt sich dem Trend zum Home-Office mit Begeisterung an. Gelegentlich ist dies lediglich eine Maßnahme, um die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern und damit umkämpfte Fachkräfte für sich zu gewinnen.

Als Folge kann eine gewisse Skepsis bestehen. Es kommt vor, dass Arbeitgeber die vom Arbeitnehmer erbrachte Arbeitsleistung – vorrangig unter Berücksichtigung der im Home-Office verbrachten Zeit – anzweifeln.

Bei derartigen Streitigkeiten sitzt üblicherweise der Arbeitgeber am längeren Hebel. Für den Arbeitnehmer kann dies zu unangenehmen Konsequenzen führen, deren Spektrum je nach Situation von der Nichtanerkennung der Arbeitszeit, über Gehaltskürzungen bis hin zu einer Abmahnung oder gar Kündigung reicht.


Streit um Home-Office – So können sich Arbeitnehmer wehren


Kein Arbeitnehmer ist dazu gezwungen, solche oder ähnliche Konsequenzen einfach hinzunehmen. Das wichtigste Hilfsmittel ist ein Nachweis über die erbrachte Arbeitszeit und der damit in Verbindung stehender Leistungen.

Erfreulicherweise gibt es Softwares, die hierbei wertvolle Unterstützung leisten. In immer mehr Unternehmen gelangen entsprechende Programme zum Einsatz. Andernfalls sollten sich Arbeitnehmer proaktiv danach erkundigen – im Idealfall noch bevor es mit der Arbeit im Home-Office losgeht.

Sollte der Arbeitgeber solch eine Lösung nicht anbieten, empfiehlt sich eine Dokumentation in Eigenregie.




Der Arbeitnehmer sollte seine Arbeitszeiten und Aufgaben bzw. Leistungen eigenständig dokumentieren. Das Sammeln ergänzender Nachweise, wie z.B. Einzelverbindungsnachweise über Telefonate mit Kollegen oder Kunden, kann die Dokumentation wertvoll anreichern.




Womöglich bleibt nur der Gang vor Gericht


Sollte der Arbeitgeber solch eine Dokumentation nicht anerkennen, bleibt im Streitfall häufig nur der Rechtsweg. Vor dem Arbeitsgericht wird geklärt, ob die vom Arbeitgeber ergriffenen Maßnahmen bzw. Sanktionen zulässig sind oder er diese zurücknehmen muss.




Selbstverständlich kann eine Dokumentation über die Arbeitszeit keine hundertprozentige Sicherheit versprechen. Allerdings kann sie eine wesentliche Grundlage der eigenen Argumentation bilden. Zugleich muss es dem Arbeitgeber erst einmal gelingen, die Dokumentation wirksam zu widerlegen.




Rechtsschutz im Bereich Arbeitsrecht ist hilfreich


Arbeitnehmer sollten jedoch bedenken, dass die rechtliche Auseinandersetzung vor einem Arbeitsgericht mit einem Kostenrisiko einhergeht. Die Kosten für einen Rechtsanwalt sowie ggf. anfallende Gerichtskosten sind nicht unerheblich.

Im Vorteil befinden sich diejenigen, die über eine Rechtsschutzversicherung verfügen. Sofern der Bereich Arbeitsrecht abgedeckt ist, bestehen gute Chancen einer Übernahme der Kosten durch den Versicherer. Im Regelfall ist es üblich, dass der Arbeitnehmer sich einen Fachanwalt für Arbeitsrecht sucht und mit ihm den Fall bespricht. Anschließend fragt dieser bei der Versicherung seines Mandanten an, ob eine Deckungszusage erteilt wird. Allerdings ist zu beachten, dass bis zu diesem Punkt bereits Kosten entstehen können, die ggf. vom Arbeitnehmer zu tragen sind.