Haustiere in der Mietwohnung – das ist zu beachten

Unter welchen Umständen die Haustierhaltung tatsächlich verboten ist und was Sie bei Haustieren in der Mietwohnung beachten sollten

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Haustiere in der Mietwohnung

"Haustiere erlauben wir nicht!" – Vermieter stellen häufig klar, dass sie in ihren Mietobjekten keine Haustiere genehmigen. Schon bei der Unterschrift des Mietvertrags wird deutlich gemacht, dass der Wunsch nach Hund, Katze und Co. nicht in Erfüllung gehen kann. Oft wird befürchtet, der tierische Zuwachs könne Lärm oder Schäden verursachen. Doch sind Sie als Mieter an so ein Verbot gebunden? Welche Rechte haben Sie, wenn Sie ein Tier in Ihrer Wohnung halten möchten? Die wichtigsten Fakten im Überblick.


Haustiere in der Mietwohnung – das ist zu beachten


Die Frage, ob Haustiere auch in einer Mietwohnung gehalten werden dürfen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind dafür folgende Faktoren:

  • Tierart: Für Kleintiere, Katzen und Hunde sowie außergewöhnliche, exotische oder gefährliche Tierarten gelten unterschiedliche Regelungen.
  • Mietvertrag: Mietrechtlich zulässige Regelungen im von beiden Seiten unterzeichneten Mietvertrag sind in der Regel bindend.
  • Mietrecht: Übergeordnete, generelle Regelungen zur Haustierhaltung in Wohnungen liefert das Mietrecht.

Haustiere in der Wohnung – welche Rechte haben Mieter?


Generell gilt: viele Kleintiere dürfen auch ohne explizite Zustimmung des Vermieters in der Wohnung gehalten werden. Als Kleintieren zählen z. B. Fische, Meerschweinchen, Hamster und auch Wellensittiche.

Bei den ebenfalls beliebten Tierarten Hund und Katze kann der Vermieter durchaus ein Veto einlegen, wenn er seine Entscheidung begründen kann. Allergien etwa wären durchaus ein triftiger Grund, weshalb die Haltung einer Katze im Haus dem Mieter nicht gestattet wird. Ist im Mietvertrag eindeutig geregelt, dass eine Zustimmung des Vermieters zur Haltung von Hunden oder Katzen in der Wohnung erforderlich ist, ist diese Regelung bindend.

Bei gefährlichen oder exotischen Tierarten sollten Sie sich ebenfalls zuvor an Ihren Vermieter wenden. Dazu zählen etwa Spinnen, Schlangen und auch Frettchen.


Haustiere in Mietwohnungen halten – kann der Vermieter das verbieten?


Ein grundlegendes Haustierverbot darf der Vermieter laut Mietrecht nicht aussprechen, da es den Mieter benachteiligen würde. Es muss dem Mieter möglich sein, über seine Haustierhaltung mit dem Vermieter zu sprechen, sodass eine Einzelfallentscheidung getroffen werden kann. Bei einer solchen könnte beispielsweise verglichen werden, ob das Recht des Mieters, einen Papagei zu halten, mehr wiegt als die Befürchtung eines anderen Mieters, das großer Lärm entstehen könnte. So verhält es sich nicht nur mit exotischen Haustierarten, sondern auch bei einem Haltungsverbot von Hunden und Katzen: Eine Einzelfallentscheidung muss möglich sein.


Tipps zur Haustierhaltung in der Wohnung


Eine artgerechte Haustierhaltung zu Hause setzt voraus, dass sich die Halter über die Bedürfnisse ihres Schützlings im Klaren sind. Auch vermeintlich kleine Tiere benötigen viel Platz! Es kann Schwierig werden, den Anforderungen des neuen Haustiers in einer Wohnung gerecht zu werden. Daher haben wir hier die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

  • Nager: Achten Sie bei diesen kleinen Tieren unbedingt auf eine passende Größe des Käfigs. Bei einem Hamster wäre das zum Beispiel 100 cm x 50 cm Fläche – und das pro Tier. Besonders bei gebraucht gekauften Käfigen sollten Sie darauf achten, dass diese ausbruchssicher sind. S. Wenn Sie die Tiere frei in der Wohnung herum laufen lassen möchten, bringen Sie empfindliche Einrichtungsgegenstände und Kabel vorher in Sicherheit, damit diese nicht angenagt werden.
  • Katzen: Sind die Tiere auch mal alleine in der Wohnung, sollten Sie dafür Sorge tragen, dass Sie genug Beschäftigung und Abwechslung haben. Spezielles Mobiliar wie Katzenbäume sowie Spielzeug für die Tiere können hier helfen. Wollen Sie Ihre Katze auch auf den Balkon lassen, ist ein Katzennetz oder -gitter empfehlenswert. Das Katzenklo sollten Sie regelmäßig leeren und reinigen, um eine mögliche Geruchsbelästigung zu umgehen.
  • Hunde: Die treuen Vierbeiner sollten nur dann alleine in der Wohnung bleiben, wenn dies sorgsam mit ihnen trainiert wurde. Viele Hunde plagen „Verlustängste“, wenn ihre Bezugsperson die Wohnung verlässt. Lautes Gebell kann die Folge sein, - das wiederum Nachbarn belästigt die NachbarnDie Größe Ihrer Wohnung sollte zudem auf die Größe Ihres Hundes abgestimmt sein: Einen Labrador in einer 45 qm großen Zweizimmerwohnung zu halten, ist nicht empfehlenswert.
  • Vögel: Da Vögel immer mindestens als Paar gehalten werden sollten, benötigen Sie für eine artgerechte Haltung vor allem ausreichend Platz für eine Voliere oder einen großzügigen Käfig. Vögel können zudem laut zwitschern und kreischen, Nachbarn sollten damit einverstanden sein. Für Freiflüge sollte die Wohnung sicher gestaltet sein, sodass sich die Tiere nicht verletzen können oder Gegenstände zu Bruch gehen.
  • Exoten: Gestattet Ihr Vermieter Ihnen die Haltung außergewöhnlicher Haustiere, ist es häufig ratsam, auch gegenüber weiteren Mietern im Haus offen damit umzugehen. Umfassende Information kann Vorbehalte und Bedenken aus dem Weg räumen und mögliche Konflikte gar nicht erst entstehen lassen.

Übrigens: Zahlreiche Versicherungsdienstleister berücksichtigen in der Privat-Haftpflicht die Haustierhaltung bereits. So sind Sie auch bei möglichen Schäden, die Ihr Liebling verursacht, bestens abgesichert.