Erfolgreicher Hausbau: Tipps für Ihr Vorhaben

Sie wollen sich Ihren Lebenstraum vom Eigenheim erfüllen? Dann kommen einige Herausforderungen auf Sie zu.

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Im Todesfall erfolgt die Auszahlung der Risikolebensversicherung
Schließlich tragen Sie als Bauherr für alles die Verantwortung. Demzufolge ist es hilfreich, sich bestimmte Tipps anzulesen, um wichtige Abläufe, Handwerkerarbeiten und das Budget zu überblicken. Außerdem sollten Sie typische Stolperfallen kennen, um erheblichen Mehrkosten und Verzögerungen vorzubeugen. 

Hausbau: Ratgeber für die Planungsphase 

Damit das Haus auf sicherem Fundament steht, ist es ratsam, möglichst viel Energie in die Planung zu stecken. Laut Statistik des Instituts für Bauforschung (IFB) ist hierzulande jeder zweite Neubau von Baumängeln betroffen. Wer als Bauherr seine Partner gut aussucht und schon vor dem Hausbau weiß, was er zu beachten hat, vermeidet zudem kostspielige Verzögerungen. 

Gut informiert starten 

Als Bauherr tragen Sie auch als Laie viel Verantwortung. Etwas Fachwissen hilft Ihnen, den Überblick zu bewahren und wichtige Entscheidungen überlegt zu treffen – beispielsweise hinsichtlich des Häusertyps und der Finanzen. Sie erkennen Einsparpotenziale und vermeiden so unnötig teure Baumaßnahmen. Auch die Leistungen der Baufirmen und anderer Beteiligter können Sie besser kontrollieren. 
 
Anfänger in Sachen Hausbau sollten sich Tipps in Verbrauchzentralen holen. Diese bieten Informationsmaterial und Beratungen an. Daneben vermittelt Fachliteratur die Grundlagen. 

Grundstück und Bebauungsplan

Prüfen Sie die Bebauungspläne, bevor Sie ein Grundstück kaufen oder über einen Bauträger erwerben. Pläne können Sie beim zuständigen Bauamt einsehen. Dort erfahren Sie auch, ob Sie überhaupt ein Wohnhaus errichten dürfen. Ein wichtiger Punkt ist zudem, inwieweit das Gelände bereits erschlossen ist. Andernfalls kommen sehr teure und langwierige Erdarbeiten auf Sie zu. Diese umfassen die Verlegung von Strom- und Wasserleitungen, den Anschluss an die Kanalisation und an weitere Versorgungsnetze.
 
Beachten Sie zudem, dass neben dem Kaufpreis weitere Kosten wie Grunderwerbsteuer sowie Gebühren für den Grundstückeintrag und den Notar auf Sie zukommen. Beim Hausbau hilft auch folgender Tipp: Informieren Sie sich über die nähere Umgebung. Prüfen Sie beispielsweise, ob in der Nähe Autobahnzufahrten oder Wohnparks geplant sind. So wissen Sie gegebenenfalls, dass am ruhigen Feldrand später ein Gewerbegebiet entsteht, und können dies in Ihre Überlegungen einbeziehen. 

Häusertyp auswählen 

Fertighaus, Bausatzhaus oder Massivhaus? Auch den Bautyp sollten Sie wohlüberlegt auswählen. Unsere Blogartikel zu Bausatzhäusern und Einfamilienhäusern erleichtern Ihnen die Auswahl. Der Häusertyp entscheidet über Wohnqualität und Baukosten. Am kosteneffizientesten ist ein Fertighaus; bei Massivbauweisen haben Sie hingegen mehr Gestaltungsspielraum. 

Tipps für die Phase des Hausbaus: Worauf Sie achten sollten

Sobald feststeht, welchen Häusertyp Sie auf welchem Grundstück verwirklichen möchten, geht es in die spannende Phase des Hausbaus. Wie geht man dabei vor? 

Baufirma und Architekt auswählen

Suchen Sie alle am Bau beteiligten Dienstleister sorgfältig aus. Das gilt vor allem für das beauftragte Bauunternehmen beziehungsweise den Bauträger oder gegebenenfalls den Architekten. Wichtig: Meldet ein Unternehmen Insolvenz an, verfallen die Gewährleistungsansprüche für Baumängel. Zudem ist der Begriff „Bauträger“ kein geschützter Begriff, der Fachkenntnis im Hausbau garantiert. Ein guter Tipp ist daher, sich Referenzen zeigen zu lassen. Überträgt der Träger seine Aufgaben an Subunternehmen, ist Skepsis angebracht.
 
Wesentlich mehr zahlen Sie, wenn Sie einen Architekten oder einen Bauingenieur als Baubegleiter beauftragen. Damit haben Sie zwar die Bauleitung, geben die Kontrolle aller Bautätigkeiten aber in die Hände unabhängiger Experten. 

Finanzen im Blick behalten

Loten Sie bei der Baufinanzierung Einsparpotenziale aus, um die Kosten niedrig zu halten. Sparen Sie aber nicht am falschen Ende. Für einen erfolgreichen Hausbau empfehlen viele Ratgeber, einen großzügigen Puffer einzuplanen. Schließlich kann es immer zu unvorhersehbaren Schwierigkeiten kommen. Ist etwa die günstigste Innenwandlösung doch nicht umsetzbar, erhöht sich die Bausumme. Haben Sie zu knapp kalkuliert, kommt es in einem solchen Fall zu Verzögerungen, die den Zeitplan durcheinanderbringen. Und nicht nur das: Selbst wenn der Elektroinstallateur deshalb nicht arbeiten kann, will er dennoch wie geplant bezahlt werden. Legen Sie also eine Reserve von mindestens 10.000 Euro beiseite. 
 
Unterschätzen Sie auch nicht die Nebenkosten. Neben dem reinen Grundstückpreis müssen Sie auch für Notar- und Bauantragsgebühren sowie vorbereitende Vermessungskosten aufkommen. Vergessen Sie zudem nicht, dass Außenanlagen wie Terrasse und Garten sowie sämtliche Sonderwünsche finanziell stark ins Gewicht fallen. Auch das Honorar für Architekten und Baubegleiter schlägt deutlich zu Buche – es macht circa 10 bis 15 Prozent der Bausumme aus. Für einen günstigen Hausbau kann ein Tipp besonders hilfreich sein: Bitten Sie den Experten, Ihnen Vorschläge zur Kostenreduzierung zu unterbreiten. Stellen Sie ihm zudem für die Einhaltung des Finanzrahmens einen Bonus in Aussicht.

Bauvertrag

Bauverträge sind komplex und ungünstige Klauseln für Laien schwer durchschaubar. Ist im Dokument zum Beispiel davon die Rede, dass der Festpreis die üblichen Kosten abdeckt, geben Sie der Baufirma mehr Spielraum für Kostensteigerungen. Nur ein Jurist weiß beim Hausbau genau, was es alles zu beachten gilt.
 
Der Vertrag sollte sämtliche Leistungen auflisten und so genau wie möglich benennen. Neben einer detaillierten Baubeschreibung sollte er den Zeitplan sowie die Kosten für jeden Einzelposten umfassen. Halten Sie alle mündlichen Absprachen schriftlich fest und lassen Sie sie per Unterschrift bestätigen. 

Bauordnung beachten

Starten Sie nicht ohne Baugenehmigung. Das Bauamt und kommunale Bauordnungen können bestimmte Auflagen vorsehen. Das kann dazu führen, dass Sie nicht alles wie geplant umsetzen dürfen. In der Regel benötigt das Bauamt zwischen zwei und zwölf Wochen für die Erteilung der Genehmigung. 

Versicherungen für Bauherren 

Kommen auf der Baustelle unbeteiligte Personen zu Schaden, greift eine Bauherrenhaftpflichtversicherung. Sie verhindert ein finanzielles Desaster. Eine Wohngebäudeversicherung  können Sie zudem bei vielen Anbietern bereits vor Fertigstellung des Hauses abschließen. Setzt beispielsweise ein Gewitter den Rohbau unter Wasser oder richtet Blitzschlag Schäden an, brauchen Sie die Kosten nicht selbst zu tragen. 
 
Überlegen Sie auch, ob Ihre Familie in der Lage wäre, die finanzielle Last des Hausbaus alleine zu schultern. Andernfalls ist folgender Tipp hilfreich: Schließen Sie noch vor Baustart eine Risikolebensversicherung ab. Die Versicherungssumme sollte neben Lebenshaltungskosten unbedingt auch den Kredit beachten, der die kommenden Jahre abbezahlt werden muss. 

Mit anpacken oder alles Profis überlassen?  

Übernehmen Sie einige Bauaufgaben selbst, kommen Sie günstiger weg – vorausgesetzt, alles läuft glatt. Ergeben sich dabei Baumängel, haben Sie jedoch keinen Gewährleistungsanspruch. Bedenken Sie zudem, dass für alle Mithelfer, also auch für Angehörige und Freunde, eine Bauhelferversicherung Pflicht ist.
 
Trotzdem ist es sinnvoll, bei Zweifeln immer einen Sachverständigen hinzuzuziehen, anstatt auf eigene Faust zu handeln. 

Baustelle kontrollieren 

Überprüfen Sie regelmäßig die Baustelle. Wenn Sie Fortschritte dokumentieren sowie gegebenenfalls Mängel und Änderungen sofort beanstanden, können Sie Ihre Ansprüche einfacher durchsetzen. Beim Hausbau hat sich ein Tipp bewährt: Führen Sie ein Protokoll und lassen Sie es von den Handwerkern gegenzeichnen. Kontrollieren Sie am besten auch die auf dem Grundstück gelagerten Baumaterialien und sichern Sie diese gegen Diebstahl und Unwetterschäden. 

Rechnungen begleichen

Prüfen Sie jede Rechnung und die damit verbundene Leistung. Am besten notieren Sie sich jeden Kostenpunkt, um den Überblick zu behalten. Das verhindert, dass Ihnen Leistungen mehrfach in Rechnung gestellt werden. Außerdem haben Sie so den Budgetplan immer im Blick und merken schnell, wenn Mehrkosten ihn zu sprengen drohen. 

Tipps für die Abnahme

Das Gebäude steht, aber auch nach dem Hausbau sollten Sie wissen, was es zu beachten gibt. Das Abnahmeprotokoll ist ein wichtiges Dokument. Mit ihm beanspruchen Sie Ihr Recht auf Mängelbeseitigung oder setzen den Gewährleistungsanspruch durch. Für Mängel, die nicht darin aufgeführt sind, können Sie Ihren Gewährleistungsanspruch später nur noch sehr schwer geltend machen.
 
Das Abnahmeprotokoll sollte so detailliert wie möglich sein. Verwenden Sie dennoch lieber keine vom Bauträger vorgeschlagene Vorlage. Als Laie ist es schwer, den Zustand eines Gebäudes einzuschätzen. Engagieren Sie einen Bausachverständigen; mit ihm begutachten Sie das Haus vor der Übergabe in Ruhe. Machen Sie im Zweifelsfall immer eine Anmerkung und behalten Sie so lange etwas Geld ein, bis der Mangel behoben ist.