Haus selber bauen: Wie viel Eigenarbeit ist möglich?

Wer Eigenleistungen erbringt, der spart.

( Wörter)

Im Todesfall erfolgt die Auszahlung der Risikolebensversicherung
Das Traumhaus mit den eigenen Händen bauen – das fühlt sich nicht nur gut an, sondern kann auch Kosten sparen. Aber aufgepasst: Sein eigener Bauherr zu sein, ist nicht für jeden etwas.

Ein Haus komplett selber bauen

Der Gedanke hat etwas Romantisches: Sie bauen Ihr Haus mit den eigenen Händen, setzen selber Stein auf Stein und erleben hautnah mit, wie es in die Höhe wächst, wie aus dem Rohbau ein Heim wird. Die Realität ist jedoch etwas komplexer. Ein Haus komplett in Eigenregie zu bauen, setzt eine Menge Wissen voraus. Sie müssen vom Keller bis zum Dach alles können oder lernen. Das kostet eine Menge Zeit – und in einigen Bereichen reicht es auch nicht, sich das Wissen lediglich anzulesen.
 
Die jahrelange Erfahrung eines Handwerkers beim Verlegen von Rohren lässt sich schwer aneignen. Selbst wenn Sie es versuchen: Manche Arbeiten, zum Beispiel die Elektroinstallation, können gefährlich sein. Wenn Sie hierbei einen Fehler machen, bringen Sie sich und andere in Gefahr. Solch ein Fehler fällt nicht unbedingt sofort auf. Ein undichtes Heizungsrohr kann einige Zeit unentdeckt bleiben, die Reparatur wird dann aber umso teurer. Anders als bei einer Handwerkerleistung tragen Sie in diesem Fall die Reparaturkosten – einen Gewährleistungsanspruch haben Sie beim Eigenbau nicht. Sie haben zwar generell geringere Kosten, wenn Sie ein Haus selber bauen, doch solche Probleme können den Preis schnell in die Höhe treiben.
 
Im Übrigen können Sie ein Haus in Deutschland gar nicht ganz allein bauen. Zumindest bei der Planung und beim Bauantrag ist es erforderlich, einen Architekten oder Bauingenieur hinzuzuziehen. Nur diese Fachleute haben eine Bauvorlageberechtigung, ohne die man keinen Bauantrag einreichen kann. Auch ein Statiker ist häufig nötig.

Eigenleistungen einbringen

Bei der Frage, ob Sie Ihr Haus selber bauen können, gibt es kein klares Ja oder Nein. Wenn Sie handwerklich geschickt sind, spricht nichts dagegen, bestimmte Leistungen selber auszuführen, statt einen Experten zu beauftragen. Diese Eigenleistungen können bei der Baufinanzierung berücksichtigt werden und machen diese günstiger. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der „Muskelhypothek“.
 
Bauherren überschätzen ihre Eigenleistungen jedoch häufig. Oft mangelt es nicht nur an grundsätzlichem Können, sondern sie veranschlagen häufig auch zu wenig Zeit für die Arbeiten. Sie vergessen dabei, dass sie möglicherweise länger brauchen als ein geübter Handwerker. Denken Sie daran, dass Sie die Arbeiten zusätzlich zu Ihren sonstigen Alltagspflichten erledigen müssen. Schaffen Sie es, neben Beruf, Familienleben und Freizeit regelmäßig auf der Baustelle zu sein? Wenn Sie im Beruf eine stressige Phase haben oder für längere Zeit krank sind, ist der Fortschritt des Bauprojekts in Gefahr. Gerade wenn Ihre Eigenleistungen mit den Tätigkeiten professioneller Handwerker verzahnt sind, kann es dann Probleme geben. Kommen Sie mit Ihren Aufgaben nicht hinterher, können die Fachkräfte ihre Termine nicht einhalten, der Hausbau verzögert sich.
 
Wenn Sie also Eigenleistungen erbringen möchten, überlegen Sie sich gut, welche Sie übernehmen und wie viel Zeit Sie dafür einplanen. Einige Arbeiten sollten Sie generell den Profis überlassen. Dazu gehören zum Beispiel Elektroinstallationen, das Verlegen von Rohren und das Decken des Dachs. Andere Aufgaben kommen, je nach persönlichem Geschick, eher dafür infrage, selber übernommen zu werden.
 

Eigenleistungen für weniger geübte Handwerker

  • Malern und Tapezieren
  • Böden verlegen, z. B. Laminat, Parkett, Teppich oder PVC sowie Fliesen
  • Trockenbau
  • Garten anlegen
  • Dach ausbauen

Eigenleistungen für geübte Handwerker

  • Arbeiten am Rohbau
  • Fenster und Türen einbauen
  • Treppen bauen
  • Verputzen
  • Sanitäranlagen einbauen

Beim Handwerken die richtige Versicherung nicht vergessen

Das Haus selber zu bauen – egal, ob komplett oder teilweise – ist auch mit Gefahren verbunden. Ob der Tritt in einen Nagel oder der Sturz von einer Leiter – auf der Baustelle lauern viele Fallen. Was Sie unbedingt beachten sollten, wenn Sie ein Haus selber bauen, ist Ihre Absicherung und die Ihrer Helfer. Eine private Unfallversicherung unterstützt Sie als Bauherr im Fall der Fälle finanziell. Hilft Ihr Ehe- oder Lebenspartner mit, sollte dieser ebenfalls privat abgesichert sein. Wenn Verwandte, Freunde oder Nachbarn Sie unterstützen, müssen Sie auch diese unbedingt gegen Arbeitsunfälle auf Ihrer Baustelle versichern. Dafür melden Sie sie bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) und entrichten pro Helferstunde einen kleinen Beitrag.
 
Wenn Sie beim Hausbau selber mitarbeiten, können Sie es sich nicht leisten, auszufallen. Bestimmte Eigenleistungen müssen fertig sein, bevor die Profis ans Werk können. Noch kritischer ist es, wenn der Bauherr oder die Bauherrin stirbt. In diesem Fall fällt ein Einkommen weg oder der hinterbliebene Partner hat keine Zeit mehr für den Hausbau, weil er oder sie sich um die Kinder kümmern muss. So ist es oft nicht möglich, weiterhin Eigenleistungen zu erbringen. Die Folge: Der Hausbau verzögert sich oder wird teurer als erwartet. Schließen Sie deshalb rechtzeitig eine Risikolebensversicherung ab. Diese unterstützt Ihre Angehörigen finanziell, wenn Ihnen etwas zustoßen sollte. Wählen Sie eine ausreichend hohe Versicherungssumme, sodass genug Spielraum bleibt, damit geplante Eigenleistungen von Profis ausgeführt werden können.