Geld anlegen: Nehmen Sie Ihre Vermögensplanung in die Hand

Ob für einen lang gehegten Wunsch oder die Absicherung im Alter – haben Sie etwas gespart, sollten Sie das Geld anlegen. Mit ein paar Tipps gelingt das auch Einsteigern.

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Im Todesfall erfolgt die Auszahlung der Risikolebensversicherung
Wer sein Geld für die Zukunft anlegen möchte, der hat dazu heutzutage zahlreiche Möglichkeiten. Da verliert man schnell den Überblick. Aber selbst unerfahrene Anleger müssen nicht unbedingt einen Finanzberater zurate ziehen. Beachten Sie ein paar Grundregeln, können Sie selbst herausfinden, wie Sie am besten Ihr Geld anlegen – auch wenn Sie noch keine Erfahrung haben.

Geld anlegen: Tipps für einen erfolgreichen Start

Bevor Sie Ihr Geld anlegen, sollten Sie genauestens Ihre finanzielle und persönliche Situation prüfen. So schaffen Sie eine gute Basis, um richtige Anlageentscheidungen zu treffen. Folgende Tipps helfen Ihnen, Ihr Geld richtig anzulegen:

Schulden tilgen

Zinsen auf Kredite sind in der Regel höher als die zu erwartenden Rendite durch Anlageprodukte. Bevor Sie Geld anlegen, sollten Sie daher eventuell bestehende Kredite abzahlen und Dispokredite ausgleichen. Auch Sondertilgungen können sich lohnen – beispielsweise, wenn Sie ein Darlehen zum Kauf oder Bau einer Immobilie aufgenommen haben.

Vermögensverhältnisse klären 

Betrachten Sie eine Geldanlage nicht separat. Wie Sie Ihr Geld am besten anlegen können, hängt auch stark von Ihren Vermögensverhältnissen und der persönlichen Situation ab. Als Beamter können Sie beispielsweise ein höheres Risiko eingehen als ein Freiberufler. Berücksichtigen Sie auch bereits vorhandene Geldanlagen. Haben Sie schon größere Summen auf einem Festgeldkonto angelegt? Dann können Sie diese relativ sichere Anlageform durch eine Investition in Aktien ergänzen.

Die drei wichtigsten Einflussfaktoren kennen

Geldanlagen werden von drei wichtigen Faktoren beeinflusst: Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom magischen Dreieck. Diese drei Faktoren konkurrieren miteinander, können also bei keiner Anlage alle gleichermaßen in hohem Maße erreicht werden. Seriöse Angebote versprechen daher keine maximale Rendite bei absoluter Sicherheit und ständiger Verfügbarkeit des Geldes. Aktien und Wertpapiere ermöglichen beispielsweise eine hohe Rendite und eine schnelle Verfügbarkeit des Geldes, sind aber auch mit einem gewissen Risiko verbunden. Wenn Sie Ihr Geld hingegen möglichst sicher anlegen, sind Rendite und Verfügbarkeit in der Regel geringer. Ein gutes Beispiel ist das Festgeldkonto. Durch die Einlagensicherung der EU sind Einlagen bis zu 100.000 Euro geschützt, Verluste sind damit fast ausgeschlossen. Da Sie das Geld über einen längeren Zeitraum anlegen, sind Sie aber nicht sehr flexibel. Und auch die Rendite ist bei dieser sicheren Anlageform sehr gering.

Kosten beachten

Die Kosten von Geldanlagen unterscheiden sich zum Teil stark. Während Tages- und Festgeldkonten oft kostenlos sind, fallen bei Aktienfonds zum Teil hohe Verwaltungsgebühren an. Wer Kosten sparen und die Rendite verbessern möchte, der sollte sich über Indexfonds als Alternative informieren. Sogenannte Exchange Trades Funds (ETF) bilden die Entwicklung von Aktienindizes wie dem Weltaktienindex MSCI oder dem Dow Jones nach, und werden nicht aktiv durch einen Manager gesteuert. Die Kosten für die Verwaltung entfallen somit.

Schritt für Schritt Geld sicher anlegen

Möchten Sie sich einen bestimmten Wunsch erfüllen oder für das Alter vorsorgen? Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie am besten Ihr Geld anlegen:

Schritt 1: Bestimmen Sie Anlagezeitraum

Überlegen Sie genau, wie lange Sie Ihr Geld anlegen möchten. Denn der Erfolg hängt grundsätzlich von der Dauer der Anlage ab. Das zeigt sich vor allem bei schwankungsanfälligen Geldanlagen wie Aktien. Ein langer Anlagezeitraum gleicht kurzzeitige Schwankungen aus und reduziert so das Risiko von Verlusten. Berücksichtigen Sie dabei auch, wie lange Sie auf das Geld verzichten können, und halten Sie stille Reserven für unerwartete Ausgaben zurück.

Schritt 2: Legen Sie Anlagebetrag und Sparziel fest

Wie viel Geld möchten Sie anlegen und wie viel soll am Ende des Anlagezeitraums herauskommen? Mit den Faktoren Angangskapital, Endkapital und Laufzeit lässt sich mit der Formel für Zinseszins errechnen, nach wie vielen Jahren welches Endkapital erreicht wird:
Anfangskapital x (1 + Zinssatz / 100) Laufzeit = Endkapital
  • Beispiel: 
    • 5.000 x (1 + 7,2 / 100)10 = 10.000
    • Um innerhalb von 10 Jahren aus 5.000 Euro 10.000 Euro zu machen, ist beispielsweise ein Zinssatz von 7,2 Prozent notwendig. Sollen die 10.000 Euro erst nach mehr als 10 Jahren erreicht werden, dann ist das auch mit einem geringeren Zinssatz bzw. einem geringeren prozentualen Ertrag möglich.

Bedenken Sie aber auch die Inflation, also die jährliche Erhöhung des Preisniveaus und der Wertverlust des Geldes. Die Bruttorendite entspricht nicht der Nettorendite.

Schritt 3: Finden Sie Ihre Risikoklasse

Wie viel Risiko würden Sie eingehen, um Ihr Sparziel zu erreichen? Die individuelle Risikobereitschaft ist wichtig, um die Zusammensetzung Ihres Anlageportfolios darauf abzustimmen. Dabei spielen reale und emotionale Faktoren eine Rolle. Zu den realen Faktoren gehört die bereits erwähnte persönliche Situation. Wie hoch und sicher sind Einkommen und Rücklagen? Haben Sie bereits Geld relativ sicher angelegt? Die emotionale Risikobereitschaft wird vom Charakter und den bisherigen Erfahrungen geprägt. Es lassen sich drei Risikotypen unterscheiden:
  • Hohes Sicherheitsbedürfnis: Sicherheit der Anlage steht im Vordergrund 
  • Ausgewogenes Sicherheitsbedürfnis: Sicherheit und Rendite sind gleichbedeutend
  • Geringes Sicherheitsbedürfnis: Rendite steht im Vordergrund
Grundsätzlich gilt: Treffen Sie keine Entscheidungen, mit denen Sie sich unwohl fühlen.

Schritt 4: Teilen Sie Ihr Geld richtig auf

Wissen Sie, wie lange Sie Ihr Geld anlegen, wie viel Rendite Sie erzielen und wie viel Risiko Sie eingehen möchten? Dann haben Sie eine gute Grundlage, anhand derer Sie entscheiden können, wie Sie Ihr Geld auf verschiedene Anlageklassen aufteilen. Neben Aktien, Tages- und Festgeld gibt es noch andere Anlageformen – die Auswahl ist groß. Unter anderem können Sie Geld in Immobilien, Rohstoffe, Devisen oder Anleihen anlegen. Für Einsteiger eignet sich vor allem eine Kombination aus kostengünstigen Aktienfonds (ETFs) sowie Tages- und Festgeldkonten, da all diese Anlageformen relativ transparent sind.
Aktienfonds bündeln mehrere unterschiedliche Aktien und sind damit weniger risikoreich als Einzelaktien. Auch wenn die Rendite von Tages- und Festgeld bei aktuellen Zinssätzen sehr gering sind, ermöglichen sie in Kombination mit ETFs das Risiko zu streuen und damit Verluste auszugleichen. Es gibt viele Möglichkeiten, die drei Anlageklassen miteinander zu kombinieren. Dabei gilt: Je geringer Ihr Sicherheitsbedürfnis ist, desto höher sollte der Anteil an Geld sein, den Sie in ETFs investieren. Je höher Ihr Sicherheitsbedürfnis ist, desto höher sollte der Anteil an Tages- und Festgeld sein.
  • Beispiel: 
    •   hohes Sicherheitsbedürfnis ausgeglichenes Sicherheitsbedürfnis geringes Sicherheitsbedürfnis
      Risiko gering mittel hoch
      Tagesgeld 40 % 20 % 10 %
      Festgeld 60 % 40 % 10 %
      ETFs 0 % 40 % 80 %

Risiko
0 % 40 % 80 %
 
Grundsätzlich empfiehlt es sich immer, einen Teil des Geldes als Tagesgeld anzulegen. Es ist jederzeit verfügbar, sodass Sie auf unerwartete Kosten reagieren können – beispielsweise, wenn das Auto repariert werden muss. Wegen der aktuell niedrigen Zinsen bieten allerdings nicht mehr alle Banken Tagesgeldkonten an, auch die Anlage als Festgeld bringt nur noch sehr geringe Zinsen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank nach Alternativen.

Schritt 5: Prüfen Sie Ihr Portfolio in regelmäßigen Abständen 

Auch wenn Sie langfristig Geld anlegen, sollten Sie es nicht aus den Augen verlieren. Prüfen Sie ein bis- zweimal im Jahr Ihre Anlagestrategie. Passt sie noch zu Ihrer aktuellen Situation und Ihren Vorhaben? Vielleicht benötigen Sie früher Geld als geplant oder haben ganz überraschend mehr Geld zur Verfügung. In diesen Fällen kann eine Umschichtung sinnvoll sein. Auch wenn Sie viel Geld in Aktienfonds anlegen, empfiehlt es sich, den prozentualen Anteil am Anlageportfolio nach und nach zu reduzieren. So schützen Sie sich gegen Ende der Anlagezeit vor größeren Kursverlusten.

Fazit

Wie Sie am besten Geld anlegen, hängt von Ihrer persönlichen Situation und Ihrem individuellen Sicherheitsbedürfnis ab. Gerade als Einsteiger bietet sich aber die Kombination aus Tagesgeld, Festgeld und ETFs an. Durch eine Kombination dieser drei relativ transparenten Anlageformen können Sie Ihre Anlagestrategie auf Ihr individuelles Sicherheitsbedürfnis abstimmen und gleichzeitig das Risiko großer Verluste reduzieren. Grundsätzlich gilt: Eine höhere Rendite ist mit höherem Risiko verbunden. Wenn Sie Ihr Geld hingegen langfristig anlegen, lassen sich kurzfristige negative Entwicklungen oft ausgleichen.