Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf – Diese Tipps helfen Ihnen

Privat oder Händler - beim Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs sollten Sie auf einige Dinge achten

Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf – Diese Tipps helfen Ihnen
Ob Sie einen zuverlässigen Kleinwagen für Fahranfänger suchen oder sich endlich den persönlichen Traum vom Cabrio erfüllen wollen: Um ein gutes Fahrzeug zu einem fairen Preis zu erwerben, bietet sich ein Gebrauchtwagenkauf an. Im Durchschnitt geben Deutsche rund 9.000 Euro für einen Gebrauchtwagen aus. Der Kauf eines Autos mit Vorbesitzer ist also deutlich günstiger als der Erwerb eines Neuwagens. Wir von Verti geben Ihnen wertvolle Tipps, worauf Sie beim Gebrauchtwagenkauf achten sollten.

Gebrauchtwagen: Kauf von Händler oder privat?

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen will, kann dies bei einem spezialisierten Händler oder bei einem Nachbarn oder Bekannten tun. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile. Der Privatkauf bringt in der Regel günstigere Preise, eine größere Auswahl und mehr Spielraum bei der Kaufverhandlung. Dafür bieten Ihnen Gebrauchtwagenhändler oftmals eine Garantie. Verpflichtend ist mindestens die sogenannte Gewährleistung. Diese beträgt auch beim Gebrauchten zwei Jahre ab Kaufvertrag. Tritt ein Mangel im ersten halben Jahr auf, geht der Gesetzgeber davon aus, dass der Mangel bereits vor dem Kauf vorhanden war. Der Verkäufer ist dann verpflichtet, den Fehler zu beheben – ohne Wenn und Aber. Unabhängig davon, ob Sie sich beim Gebrauchtwagen für den Kauf vom Händler oder privat entscheiden, ist ein überregionaler Preisvergleich sinnvoll: Denn die Preise für Gebrauchtwagen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und teilweise selbst von Stadt zu Stadt deutlich. Verwenden Sie bei Ihrer Suche ein Gebrauchtwagenportal, sollten Sie also den Suchradius ruhig ein wenig größer einstellen. Übrigens: Wohnen Sie in einem grenznahen Landkreis, kann sich auch der Gebrauchtwagenkauf im Ausland lohnen!

Besichtigung des Gebrauchtwagens vor dem Kauf

Sie haben Ihr Wunschmodell bei einem seriös wirkenden Verkäufer gefunden? Der Preis ist gut und die Fahrzeugbeschreibung klingt vielversprechend? Dann geht es nun an die Besichtigung und die Probefahrt des Autos vor Ort. Um bei der Gebrauchtwagenkontrolle an alles zu denken, können Sie die folgende Checkliste verwenden. Bereits bevor Sie das Kfz selbst besichtigen, gilt es einige Dinge zu beachten: 
  • Lassen Sie sich alle relevanten Dokumente des Autos zeigen: Fahrzeugbrief, Inspektions-Scheckheft und TÜV-Gutachten sind genau einzusehen.
  • Ist der Verkäufer der im Kfz-Brief eingetragene Besitzer? Wenn dies nicht der Fall ist, fragen Sie lieber nach. Aussagen wie „Ich verkaufe das Fahrzeug für einen Freund“ sind ein Hinweis darauf, dass Sie es mit einem Händler zu tun haben, der die Gewährleistung durch Privatverkauf umgehen will.
  • Alle Angaben des Verkäufers sollten Sie sich auch schriftlich geben lassen.
Als Nächstes begutachten Sie das Fahrzeug dann von außen. Hierbei sind folgende Punkte auch für Laien leicht zu erkennen:
  • Achten Sie auf die Spaltmaße zwischen Türen, Karosserieteilen und Motorhaube. Sind diese unregelmäßig, kann dies auf einen Unfall hinweisen.
  • Augen auf bei der Reifenkontrolle: Ist der Verschleiß ungleichmäßig, sind also etwa die Außen- oder Innenschultern der Reifen stärker abgefahren, ist eine verzogene Spur wahrscheinlich.
  • Seien Sie besonders gründlich beim Rostcheck. Farbunterschiede im Lack können ein Hinweis auf übermalte Rostschäden sein. Ist dies der Fall oder zeigen sich anderweitige Korrosionsschäden, sollten Sie einen Fachmann zurate ziehen. Nur dieser kann einwandfrei bewerten, wie stark der Rostschaden ist – oder ob sogar eine Durchrostung vorliegt.
  • Zeigen sich Schäden in den Leuchten (beispielsweise Sprünge oder Risse)? Das deutet darauf hin, dass die Scheinwerfer demnächst ersetzt werden müssen. Je nach Automodell kann dies sehr teuer werden. Berücksichtigen Sie diese Kosten darum bei der Preisverhandlung.

Gebrauchtwagenkauf: Kontrolle des Innenraums

  • Feuchte Bodenbeläge und ein muffiger Geruch weisen auf eine undichte oder sogar durchgerostete Karosserie hin.
  • Prüfen Sie alle elektronischen Komponenten auf ihre Funktion (Fensterheber, Klimaanlage, Scheibenwischer, Beleuchtung).
  • Sind Sitze, Schalthebel und Knöpfe stärker abgenutzt als der angegebene Kilometerstand vermuten lässt? Dann kann es sein, dass Ihr Händler beim Tacho getrickst hat.
Werfen Sie auch einen Blick in den Koffer- und Motorraum:
  • Sind schadhafte Stellen im Motorraum erkennbar?
  • Gibt es Korrosionsspuren an den Seitenwänden?
  • Kam Lackspray zum Einsatz?
Diese drei Punkte sind besonders wichtig, da Reparaturen im Motorraum sehr kostenintensiv sind.

Was ist beim Gebrauchtwagen-Kaufvertrag zu beachten?

Der Kaufvertrag sollte unbedingt die Personaldaten von Käufer und Verkäufer enthalten (Anschrift, Telefonnummer, Personalausweisnummer). Alle mündlich zugesagten Vereinbarungen sollten ebenfalls verzeichnet sein. Die Übergabe des Kaufpreises bzw. der Anzahlung lassen Sie sich natürlich schriftlich bestätigen. Ist der Wagen noch auf den Käufer angemeldet und versichert, so nehmen Sie die Ummeldung unverzüglich vor. Dafür benötigen Sie Ihren Personalausweis, die Einzugserlaubnis für die Kfz-Steuer und die elektronische Versicherungsbestätigung (sogenannte eVB-Nummer). 
 
Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem neuen Gebrauchten!