GAP-Deckung: Was ist das?

Mut zur Lücke – oder doch besser nicht? Versicherungsschutz beim Leasing

( Wörter)

GAP-Deckung: Was ist das?
Wer schon einmal ein Leasing-Fahrzeug hatte, wird wohl schon von ihm gehört haben – dennoch wissen viele nicht genau, was das eigentlich ist und wozu man ihn braucht: Die Rede ist vom sogenannten GAP-Schutz. Sie wissen mit diesem Begriff auch nicht so recht etwas anzufangen? Wir klären auf.
 

Was ist GAP-Schutz?

Auch wenn GAP-Schutz im Deutschen oftmals mit Großbuchstaben geschrieben wird und darum wie eine geheimnisvolle Abkürzung wirkt, steckt dahinter nichts anderes als das englische Wort „gap“, zu Deutsch: Lücke. Die deutsche Bezeichnung lautet entsprechend auch Differenz-Deckung. Manchmal finden Sie auch die Schreibweise Gap-Deckung oder Gap-Schutz.
 
Differenz-Deckung oder GAP-Schutz ist wichtig für alle, die ein Fahrzeug leasen oder finanzieren möchten. Eine Teil- oder Vollkaskoversicherung sichert bei geleasten oder finanzierten Fahrzeugen in aller Regel den Wiederbeschaffungswert ab, wenn es zu einem Totalschaden oder Diebstahl kommen sollte. Oftmals ist dieser jedoch niedriger als die noch ausstehenden Leasing- oder Kreditraten. Dieser Unterschied muss dann vom Versicherungsnehmer getragen werden – es sei denn, er hat eine GAP-Deckung. Denn diese sichert genau diese „Sicherheitslücke“ für den Versicherten ab.
 

Wie berechnet sich die GAP-Schutz?

Nehmen wir einmal an, Sie haben ein Fahrzeug geleast und haben einen Unfall – Ihr Auto hat einen Totalschaden erlitten. Stellen wir uns vor, dass der Wiederbeschaffungswert für dieses Auto am Tag des Schadens 15.000 € beträgt. Ihre Versicherung würde diesen Wiederbeschaffungswert voll erstatten.
 
Aber: Sie haben einen Leasing-Restbetrag von 20.000 €. Das bedeutet, dass die Summe aller weiteren Leasingraten, die nach dem Schadenfall zu zahlen gewesen wären, insgesamt 20.000 € beträgt.
 
Eine normale Kaskoversicherung zahlt Ihnen die Differenz, in diesem Fall also 5.000 €, nicht. Dafür benötigen Sie den GAP-Schutz, der genau diesen Betrag abdeckt.
 

Für wen sich die GAP-Deckung lohnt

Eine GAP-Deckung lohnt sich vor allem, wenn Sie ein Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse oder Oberklasse leasen oder finanzieren – einfach deshalb, weil die zu schließende Lücke umso größer ist, je teurer das Fahrzeug ist.
 
Eine GAP-Deckung können Sie in der Regel direkt mit Ihrer Kaskoversicherung abschließen. Wenn Sie in Ihrer Police aktuell noch keine GAP-Deckung haben, können Sie diese meist einfach dazubuchen.
 

GAP-Schutz – ja oder nein?

Während es bei sehr teuren Fahrzeugen auf der Hand liegt, dass sich ein GAP-Schutz lohnt, ist das bei Fahrzeugen der unteren Mittelklasse und auch bei Kleinwagen nicht immer so leicht zu entscheiden.
 
Freilich: Die GAP-Deckung macht Ihren Versicherungsschutz teurer. Sie müssten also strenggenommen durchkalkulieren, ab wann die Zusatzkosten für die GAP-Deckung die tatsächlich entstehende Lücke überschreiten und dann entsprechend abwägen. Das ist die rein ökonomische Betrachtungsweise.
 
Dennoch kann es auch andere gute Gründe für einen GAP-Schutz geben. Für viele ist es beispielsweise deutlich leichter, regelmäßig eine etwas höhere Versicherungsprämie einzukalkulieren, als unter Umständen auf einen Schlag 2.000 €, 3.000 € oder gar noch mehr auf den Tisch zu legen. Auch bei knappem Budget kann also ein GAP-Schutz helfen.
 
Letztlich ist das aber immer eine Frage des individuellen Sicherheitsbedürfnisses und der persönlichen Finanzplanung.