Fahrradsaison: mit erhöhter Aufmerksamkeit im Straßenverkehr unterwegs

Worauf Auto- und Fahrradfahrer achten sollten

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Fahrradsaison: mit erhöhter Aufmerksamkeit im Straßenverkehr unterwegs

In den vergangenen Wochen hat die Anzahl der Radfahrer, die im Straßenverkehr anzutreffen sind, erheblich zugenommen. Denn je besser das Wetter, desto mehr Fahrräder werden aus den Kellern geholt. Für Kraftfahrer bedeutet dies, sich auf die neue Situation einstellen und ihre Fahrweise anpassen zu müssen.

Wo und wann vermehrt Radfahrer anzutreffen sind

Der zunehmende Anteil an Radfahrern am Verkehrsgeschehen ist vor allem in zwei Bereichen festzustellen: Zum einen in den Großstädten, insbesondere am frühen Morgen. Mehr und mehr Berufstätige satteln bei gutem Wetter bewusst auf das Fahrrad um, weil sie damit schneller an den Arbeitsplatz gelangen. Denn während Autofahrer mühsam von Ampel zu Ampel schleichen, kommen sie zügig voran und sparen viel Zeit.

Beim zweiten Bereich handelt es sich um beliebte Ausflugsziele. Meist befinden sich diese in eher ländlichen Gegenden, einige Täler aber auch Berge erfahren einen immensen Zulauf. An Wochenenden und Feiertagen mit schönem Wetter schwingen sich viele Menschen auf das Rad, um Umgebung und Natur zu genießen.

Vorsicht im Straßenverkehr wegen Fahrradfahrer

Kraftfahrer müssen auf den vermehrten Kontakt mit Radfahrern reagieren und vor allem umsichtiger sein. Grund dafür ist die extrem unterschiedliche Kräfteverteilung beim Thema Sicherheit. Während Autofahrer in ihren Karossen bestens geschützt sind, verfügen Radfahrer im Vergleich über fast gar keinen Schutz. Bei Kollisionen drohen schwere Verletzungen, manchmal kommt es sogar zu Todesfällen.

Zahlen vom Statistischen Bundesamt unterstreichen die Ernsthaftigkeit der Lage. Im Jahr 2016 wurden mehr als 81.000 Radfahrer in Verkehrsunfälle verwickelt. Die Mehrheit bliebt zwar leicht verletzt, dennoch wurden unter dem Strich über 14.000 Schwerverletzte gezählt. Hinzukommen weitere 393 Unfälle, die für die beteiligten Radfahrer tödlich endeten.

Einem erhöhten Unfallrisiko sind vor allem Kinder bis zu 15 Jahren ausgesetzt. Diese Gruppe ist den erhöhten Mehrfach-Anforderungen im Verkehr nur bedingt gewachsen. Es fällt ihnen schwer, ihr Umfeld und damit das Verkehrsgeschehen vollständig zu erfassen und stets korrekt zu reagieren. Wie die „Deutsche Verkehrswacht“ schreibt, ist die Situation bei älteren Radfahrern (65 Jahre und älter) ähnlich, auch sie sind einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt.

Autofahrer können einen erheblichen Beitrag zu mehr Sicherheit leisten. Entscheidend ist es, sich im Verkehr nicht nur auf andere Kraftfahrzeuge zu konzentrieren, sondern auch gezielt Ausschau nach Radfahrern zu halten. Bei Radfahrern auf der Fahrbahn sollten sie früher Gas wegnehmen, mehr Abstand halten und sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, d.h. sich selbst mehr Zeit lassen. Außerdem ist stets damit zu rechnen, dass Radfahrer plötzlich ausscheren und beispielsweise die Fahrbahn kreuzen.

Tipps zu Begegnungen mit Radlern auf Elektrofahrrädern

In den letzten Jahren sind Elektrofahrräder äußerst populär geworden, insbesondere bei älteren Radfahrern. Der neue Antrieb bringt erhebliche Änderungen mit sich, auf bestimmten Streckenabschnitten – insbesondere an Steigungen – können Radfahrer viel schneller unterwegs sein, als es die meisten Kraftfahrer bisher gewöhnt waren. Dieser Umstand ist insbesondere beim Überholen zu beachten, weil sich der Überholweg deutlich verlängern kann. Umso wichtiger ist es, die Geschwindigkeit des Radfahrers genau einzuschätzen und in schwierigen Situationen (z.B. bei dichtem und häufigem Gegenverkehr) geduldiger zu sein.

Rücksichtnahme ist von beiden Seiten gefragt

Obwohl Radfahrer im Vergleich die schwächeren Verkehrsteilnehmer sind, wirkt sich dies nicht immer auf deren Fahrweise aus. Besonders Radfahrer mit dem geringsten Unfallrisiko (von 16 bis 64 Jahren) zeigen teilweise ein riskantes Fahrverhalten. Deutlich wird dies insbesondere im dichten Stadtverkehr. Vor allem unter denjenigen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, sind vergleichsweise häufige Verstöße gegen Verkehrsregeln festzustellen.

Solche Radfahrer sind darum bemüht, schnell anzukommen und nutzen vor allem die Agilität ihres Verkehrsmittels aus. Allerdings gefährden sie damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Deshalb ist auch hier Rücksichtnahme gefordert, indem sich alle Radfahrer verkehrsgerecht verhalten.