Fahren bei Rot – Konsequenzen und Verkehrsampel-Regeln

Mit welcher Strafe mĂĽssen Autofahrer rechnen, die ĂĽber eine rote Ampel fahren und was ist an Verkehrsampeln sonst noch zu beachten?

( Wörter)

Fahren bei Rot

Rot - Gelb - Grün: Seitdem es Verkehrsampeln gibt, sollen sie mit ihren drei Grundfarben dazu beitragen, den Verkehr zu regeln und insgesamt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen. Aber dennoch gibt es immer wieder Verkehrsteilnehmer, die – versehentlich, aus Unwissenheit oder bewusst – gegen die geltenden Regeln verstoßen. Dabei sind die Vorgaben des Gesetzgebers meist einfach, aussagekräftig und transparent.


Rotlicht im StraĂźenverkehr


Zeigt eine Ampel dauerhaft rotes Licht, können Sie meist davon ausgehen, dass die Verkehrsanlage defekt ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie ohne Weiteres weiterfahren dürfen, wenn das Rotlicht Ihrer Ansicht nach zu lange aufleuchtet. Vielmehr sollten Sie zunächst eine angemessene Zeitspanne abwarten, um zu sehen, ob es sich nicht etwa um eine außergewöhnlich lange Rotphase handelt, sondern tatsächlich um einen Ampeldefekt.

Ehe Sie in die Kreuzung einfahren, sollten Sie sich mit den anderen Verkehrsteilnehmern mit Blicken oder Handzeichen verständigen, um auf diese Weise abzuklären, wer wann weiterfahren darf. In einer solchen Situation müssen Sie ebenfalls berücksichtigen, dass der Querverkehr nicht, wie Sie, „Dauerrot“, sondern gegebenenfalls „Dauergrün“ haben könnte. Eine gesetzliche Vorschrift, wie lang die Wartezeiten unter diesen Umständen jeweils sein müssen, gibt es nicht. Hier sind die Gegebenheiten des Einzelfalles vor Ort zu prüfen, und daher ist eine individuelle Handlungsweise angebracht.


Schnell noch bei Gelb über die Ampel fahren – und andere Gesetzesverstöße


Wenn eine moderne Lichtzeichenanlage gelbes Licht zeigt, dann sollten Sie als herannahender Fahrer auf das unmittelbar nachfolgende Signal warten. Ist die Gelbphase gerade eingeläutet worden, leiten Sie am besten den Bremsvorgang ein. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Sie durch eine abrupte Bremsung den nachfolgenden Verkehr nicht gefährden oder irritieren.

Viele Verkehrsteilnehmer vertrauen erfahrungsgemäß darauf, dass der vor ihnen fahrende Autofahrer bei Gelb weiterfährt, solange die Gelbphase andauert. Sofern in dieser Situation aber der Vordermann doch bremst und sich demzufolge ein Auffahrunfall ereignet, haftet der Auffahrende in der Regel in vollem Umfang.

Mit Blick auf die aktuelle Rechtslage besteht keine Verpflichtung des Vordermannes, sich beim Einleiten des Abbremsvorganges zu vergewissern, dass der Hintermann noch rechtzeitig zu bremsen imstande sein wird. SchlieĂźlich muss jeder Autofahrer einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum vorfahrenden Verkehrsteilnehmer einhalten.

Gesetzt den Fall, dass der Vordermann vor einer Ampel eine plötzliche bzw. unerwartete Vollbremsung macht, sodass der nachfolgende Autofahrer auffährt, erhält der voranfahrende Verkehrsteilnehmer bei einem Unfall eine Teilschuld.


So lange dauert eine Gelbphase an:


In der Verwaltungsvorschrift zur StraĂźenverkehrsordnung (StVO) ist die Dauer der Gelbphase geregelt:

  • Bei erlaubten 50 km/h dauert die Gelbphase 3 Sekunden an.
  • Bei erlaubten 60 km/h dauert die Gelbphase 4 Sekunden an.
  • Bei erlaubten 70 km/h dauert die Gelbphase 5 Sekunden an.
  • Bei mehr als 70 km/h sind in der Regel keine Ampeln eingerichtet.

Stopp – trotz grüner Ampel


Es ist durchaus manchmal ein Ärgernis, wenn der vorfahrende Autofahrer nicht losfährt, obwohl die Lichtzeichenanlage „grünes Licht gibt“. Viele Verkehrsteilnehmer hupen in einer solchen Situation, um den Vordermann so darauf hinzuweisen, dass er die Fahrt nun bitte fortsetzen möge. Wenn Sie jedoch Schallzeichen geben und dabei von der Polizei erwischt werden, droht ein Bußgeld. Denn vor dem Gesetz verpflichtet grünes Ampellicht nicht zur Weiterfahrt, sondern gibt diese lediglich frei. Andererseits müssen Autofahrer, die den fließenden Verkehr grundlos aufhalten bzw. stören, ebenfalls mit einem Bußgeld rechnen.

Ampeln sorgen für Sicherheit im Straßenverkehr. Daher gelten Rotlichtverstöße als schwerwiegende Ordnungswidrigkeit und werden entsprechend geahndet. Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger gleichermaßen müssen deshalb mit erheblichen Konsequenzen rechnen: Bußgeldzahlungen, Punkte in Flensburg und / oder gar der Entzug des Führerscheins sind mögliche Sanktionen, mit denen sie rechnen müssen, wenn sie eine rote Ampel ignorieren.