Was ist eine eidesstattliche Versicherung?

Was Sie bei Zahlungsunfähigkeit tun sollten

Was ist eine eidesstattliche Versicherung?

Ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten entstehen nur selten von heute auf morgen. In den meisten Fällen vergehen etliche Jahre, bis Geldprobleme große Sorgen bereiten – und nicht selten wird den meisten Betroffenen erst ab diesem Zeitpunkt bewusst, wie ernst die Lage ist. Doch manchmal ist es dann zu spät, sodass in einigen Situationen nur der Ausweg bleibt, eine eidesstattliche Versicherung abzugeben und ggf. sogar in Privatinsolvenz zu gehen.

Die Mehrheit der Betroffenen ist weder mit den rechtlichen Grundlagen noch mit dem Ablauf vertraut. Schon alleine der Begriff „eidesstattliche Versicherung“ sorgt oft für Verständnis-Schwierigkeiten. Mit der bestehenden Unkenntnis geht ein großes Risiko einher. Womöglich werden Fehler gemacht, die am Ende teuer zu stehen kommen. Deshalb möchten wir nachfolgend erläutern, was es mit der eidesstattlichen Versicherung auf sich hat.

Nachweis über die Zahlungsunfähigkeit

Die eidesstattliche Versicherung (gelegentlich auch mit EV abgekürzt) findet Gebrauch in mehreren Rechtsgebieten – und innerhalb der einzelnen Rechtsgebiete zum Teil in unterschiedlichen Konstellationen. Deshalb ist es nicht möglich, den Begriff pauschal zu definieren. Stattdessen kommt es darauf an, in welchem Zusammenhang von der eidesstattlichen Versicherung die Rede ist.

Im allgemeinen Sprachgebrauch steht der Begriff mit privaten Schulden und entsprechenden Vermögensverhältnissen in Verbindung. Anwendung findet dabei überwiegend das Zivilrecht, weil beispielsweise Gläubiger einen Gerichtsvollzieher einschalten, damit dieser Vermögen pfändet. Ziel einer solchen Pfändung ist es, ausreichende Mittel zu erlösen, um damit Schulden zu begleichen.

Doch nicht immer befindet sich ein Schuldner in der Lage, dieser Verpflichtung nachzukommen. Sollten die ermittelten Vermögenswerte nicht ausreichend bemessen sein, gibt der Schuldner eine eidesstattliche Erklärung ab. Diese ist letztlich nichts anderes als eine Auskunft über seine Vermögensverhältnisse.

Sind die Forderungen des Gläubigers rechtmäßig?

Ein Gerichtsvollzieher prüft nicht, ob die Forderungen eines Gläubigers rechtmäßig sind. Sollte eine Forderung unrechtmäßig sein, besteht wiederum die Möglichkeit, sich dagegen zu wehren. Die Klärung kann sowohl im Rahmen einer Mediation als auch einer gerichtlichen Auseinandersetzung erfolgen. Allerdings sind solche Verfahren an Kosten gekoppelt. Sofern die Unrechtmäßigkeit der Forderung plausibel erscheint, ist eine Kostenübernahme durch eine bestehende Rechtsschutzversicherung sehr wahrscheinlich.

Keine falsche eidesstattliche Versicherung abgeben

In der Praxis kommt es gelegentlich vor, dass Schuldner absichtlich falsche Angaben zu ihrer finanziellen Situation machen, um einzelne Vermögenswerte zurückzuhalten. Von solch einem Verhalten ist jedoch dringend abzuraten, denn letztlich stellt die EV ein Rechtsinstrument dar. Wer bewusst Falschangaben macht, geht damit ein sehr hohes Risiko ein. Der Gesetzgeber sieht darin kein Kavaliersdelikt, d.h. im Ernstfall ist mit drakonischen Strafen zu rechnen, unter Umständen sogar mit einer Freiheitsstrafe.

Bei Geldsorgen nicht wegsehen, sondern sich Unterstützung holen

Weil Geldprobleme negative Gefühle auslösen und insbesondere die eidesstattliche Versicherung ein komplexes Thema ist, stellt fehlendes Handeln ein ernsthaftes Problem dar. Viele Betroffene sehen weg, anstatt sich um eine Lösung zu bemühen. Doch finanzielle Schwierigkeiten lösen sich nur selten von selbst.

Deshalb ist es empfehlenswert, sich lieber früher als später nach Unterstützung umzusehen. Auch wenn der Gang zum Schuldenberater schwer fallen mag, ist er häufig eine vernünftige Lösung. Ein Schuldenexperte kann Licht ins Dunkel bringen und einen Weg bestimmen, der zu einer besseren Situation führt. Unter Umständen findet sich eine Lösung, um die Finanzen zu ordnen und wieder in den Griff zu bekommen.

Manchmal ist es wiederum vernünftiger, den Weg der Privatinsolvenz mit anschließender Restschuldbefreiung zu wählen. Aber gerade dann ist es entscheidend, das vorgesehene Procedere genau einzuhalten und u.a. eine eidesstattliche Versicherung abzugeben, damit die bestehenden Schulden eines Tages getilgt sind.

Es sei angemerkt, dass professionelle Unterstützung ebenfalls Geld kosten kann. Interessenten sollten sich deshalb frühzeitig darüber informieren, mit welchen Kosten zu rechnen ist. Besonders die Unterstützung durch einen erfahrenen Rechtsanwalt ist womöglich kostspielig. Der Gang zu einem Verein, der Schuldnerberatung anbietet, ist meist preiswerter.