Checkliste für den Hauskauf

Damit der Traum vom eigenen Haus nicht platzt, sollten Sie wichtige Punkte mit kühlem Kopf prüfen.

( Wörter)

Checkliste für den Hauskauf
Dabei helfen Checklisten. So verhindert ein umfassender Gebäudecheck vor dem Kauf, dass Sie als neuer Besitzer Sanierungsmaßnahmen durchführen müssen – was hohe Folgekosten bedeuten würde. Zudem ist für den Hauserwerb ein realistischer Finanzierungsplan Voraussetzung. Auch bei der Kaufvertragsunterzeichnung und hinsichtlich der Gebäudeabsicherung gibt es ein paar Dinge zu beachten.
 

Was beim Hauskauf beachten? Checkliste für die Besichtigung

Sicherlich haben Sie genaue Vorstellungen, wie Ihr Traumhaus aussehen soll und in welchem Umfeld Sie sich wohlfühlen. Doch auch wenn die Immobilie auf den ersten Blick all Ihren Erwartungen entspricht: Nehmen Sie Gebäude und Lage genau unter die Lupe, um nicht die Katze im Sack zu kaufen. Vor allem Altbauten weisen häufig Substanzmängel auf, die umfassende Sanierungsarbeiten nach sich ziehen. Zwar sind Verkäufer beziehungsweise Makler dazu verpflichtet, auf Mängel hinzuweisen. Zudem besitzen Käufer auch gegenüber versteckten Mängeln einen Gewährleistungsanspruch, den sie bis zu fünf Jahren nach dem Kauf geltend machen können. Oftmals zeigt sich jedoch erst viele Jahre später, dass Wasser- und Elektroleitungen veraltet sind oder dass gesundheitsschädliches Asbest verbaut wurde. In diesen Fällen kämen hohe Zusatzkosten auf Sie zu. 
 
Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Nehmen Sie also am besten einen Experten zur Hausbesichtigung mit. Vielleicht haben Sie in Ihrem Bekanntenkreis Architekten oder Bauingenieure. Bei heißbegehrten Immobilien empfiehlt es sich, diese lediglich als gute Freunde vorzustellen, um Makler nicht abzuschrecken. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie einen Sachverständigen beauftragen, der ein umfassendes Wertgutachten erstellt. Diesen sollten Sie grundsätzlich vorher anmelden. Hat der Verkäufer etwas dagegen, deutet das darauf hin, dass es etwas zu verbergen gibt.
 
Wie sahen noch einmal Küche und Holzfußboden aus? Wenn Sie Fotos machen, können Sie sich auch später noch ein genaues Bild machen. Fotografieren Sie aber insbesondere in noch bewohnten Häusern nie ungefragt. 
 
Ein Notizblock hilft dabei, die folgende Checkliste für den Hauskauf durchzugehen: 
 
  • Nässefolgeschäden und Schimmelbildung an Tragwerk und Mauern ausschließen
  • Dämmung und Energiewerte prüfen
  • Art und Zustand der Heizungsanlage 
  • Alter und Zustand der Wasserversorgung (u. a. Rohre, Hähne, Wasserdruck, Heizkessel/Boiler)
  • Elektrik prüfen (Alter der Leitung, Anzahl der Steckdosen, Funktionsfähigkeit, Hauptanschluss)
  • Zustand von Dach und ggf. Dachboden
  • Fenster (Art der Verglasung, gut schließbar und abgedichtet?)
  • Zustand der Fassade (Putzmängel, Risse: harmlos oder schwerwiegender bautechnischer Fehler?)
  • Fußböden (Art, neu verlegt oder stark abgenutzt?)
  • Zustand und Alter der Sanitäranlagen
 
Erfragen Sie auch Baujahr und Wohnfläche, falls Sie kein ausführliches Exposé erhalten. Daneben sollten auch Lage und nähere Umgebung stimmen. Schließlich will keiner in einer Einflugschneise oder weitab vom Schuss leben. Prüfen Sie also mit dieser Checkliste vor dem Hauskauf:
 
  • Verkehrsanbindung und Fahrzeiten zur Arbeitsstelle
  • Einkaufs- und Freizeitangebote in der Nähe 
  • Eindruck der unmittelbaren Nachbarschaft
  • Lärm und Emissionen (z. B. durch Straßenverkehr, Industrieanlagen)
 

Checkliste für den Hauskauf: So gelingt die Finanzierung

 
Ein Hauskauf ist eine Investition fürs Leben. Damit die Bank einen günstigen Kredit gewährt und die Abzahlung nicht auf Jahre zur erdrückenden Bürde wird, ist ein genauer Finanzierungsplan sinnvoll. Folgende Checkliste für den Hauskauf zeigt Ihnen, worauf es in Sachen Finanzierung ankommt. Alle weiteren Details zu diesem Thema erfahren Sie hier.
 
  • Kaufpreis berechnen: Prüfen Sie, welche Summe machbar ist. Beachten Sie auch die Nebenkosten (z. B. Notarkosten, Grunderwerbsteuer).
  • Eigenkapital einschätzen: Erst, wenn Sie wissen, wie viel Sie selbst bezahlen können, erhalten Sie ein realistisches Bild. Beziehen Sie neben Bausparvertrag und Kontoguthaben auch Gehälter ein. Als Faustregel gilt: Ab einem Eigenkapital von 20 Prozent stehen die Chancen für einen günstigen Kredit gut.
  • Kreditlaufzeit berechnen: Überlegen Sie, wie viel vom Schuldenberg Sie monatlich abtragen könnten, ohne dass Ihre Lebensqualität darunter leidet.
 

Was beachten? Beim Hauskauf sind auch Vertrag und Übergabe wichtig

Haben Sie auch folgende Checkliste beim Hauskauf zur Hand:
 
  • Nehmen Sie Einsicht ins Grundbuch, um mögliche Alt- und Baulasten oder Grundschuld aufzudecken.
  • Prüfen Sie Bebauungspläne, um Bauvorhaben in unmittelbarer Umgebung auszuschließen.
  • Vereinbaren Sie den Notartermin erst, wenn Ihnen die Finanzierungsbestätigung Ihrer Bank vorliegt.
  • Lesen Sie sich mehrere Tage vorher den Kaufvertragsentwurf genau durch.

Kaufverträge können viele Fallstricke enthalten. Machen Sie sich daher vorher schlau, was man beim Hauskauf alles beachten sollte. In unserem Blogartikel zum Hauskaufvertrag ist alles Wichtige ganz ausführlich dargestellt.
 
Eine Checkliste hilft Ihnen auch nach dem Hauskauf, wenn es um die Übergabe des Gebäudes geht. 
 
  • Bestehen Sie auf ein ausführliches Übergabeprotokoll.
  • Notieren Sie dort unbedingt alle Mängel, um ausstehende Reparaturen durchzusetzen. 
  • Lassen Sie sich vom Vorbesitzer alle Besonderheiten zu Heizungsanlagen und Wasserversorgung erklären.
  • Vergessen Sie nicht, die aktuellen Zählerstände von Heizung, Wasseruhren und Stromzählern abzulesen und zu notieren.
  • Auch die Außenanlage sollten Sie sich noch einmal genau ansehen. 
 

Absicherung des Hauses und der Angehörigen 

Nicht wenige Eigenheimbesitzer zahlen jahrzehntelang ihr Haus ab. Doch was passiert, wenn Sie oder Ihr Partner plötzlich verstirbt? Vor allem Eigentümer sollten sich Gedanken machen, wie sie Partner oder Familie vorher absichern. Fällt ein Gehalt weg, wirft das nicht nur ihren Finanzplan über Bord, es droht schlimmstenfalls eine Privatinsolvenz. Je jünger ein Partner stirbt, desto höher ist die Kreditbelastung. Mitunter gibt es dann nur noch einen Ausweg: Die Immobilie muss wieder verkauft werden.
 
Doch es gibt Möglichkeiten, vorzusorgen. Eine Risikolebensversicherung kann den fehlenden Verdienst kompensieren und den Hausverkauf abwenden. Schließlich richtet sich die im Todesfall ausgezahlte Versicherungssumme nach Ihrem finanziellen Bedarf.
 
Daneben sind weitere Versicherungen empfehlenswert. Vor allem eine Wohngebäudeversicherung ist unerlässlich. Verursacht ein Unwetter oder ein Leck der Wasserleitungen größere Schäden, übernimmt die Police die Reparaturkosten. Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtpolice kommt für Schäden gegenüber anderen auf. Bricht sich beispielsweise ein Passant ein Bein, weil sich nachts auf dem Gehweg vor Ihrem Haus Glatteis gebildet hat und er dort ausgerutscht ist, übernimmt die Versicherung die Kosten, die im Rahmen seiner Genesung entstehen. 
 
Sparen Sie sich grundsätzlich ein finanzielles Polster an. Sollten einmal Reparaturen oder dringende Modernisierungsmaßnahmen anstehen, können Sie dann auf diese Rücklage zugreifen. Wenn Sie beispielsweise mit Ihren Nachbarn gemeinsam ein Gartengrundstück nutzen, ist dies sogar Pflicht.