Bußgeld im Ausland

Was bei Verstößen im ausländischen Straßenverkehr auf Sie zukommt

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Bußgeld im Ausland
Ganz gleich, ob Sie mit dem Motorrad durch Irland cruisen, mit dem Wohnmobil durch Schweden fahren oder mit dem Auto nach Italien reisen, in jedem Land sind die Verkehrsregeln mehr oder weniger streng. Das betrifft vor allem die Bußgelder. Die Niederlande, Italien und die Schweiz sind Spitzenreiter was die Höhe der Geldstrafen betrifft. Inzwischen werden die Bescheide innerhalb der Europäischen Union schneller erstellt und früher zugestellt. Seit 2010 macht eine EU-Verordnung möglich, dass Knöllchen aus dem Ausland auch hier in Deutschland eingetrieben werden können. Wer seinen  Bußgeldbescheid nicht bezahlt, dem droht die Vollstreckung. Das kann schon ab 70 Euro passieren und die sind schnell erreicht.
 

Im Auto gilt: Bitte anschnallen

Wer hierzulande nicht angeschnallt fährt und erwischt wird, zahlt 30 Euro. Das ist ein Schnäppchen im Vergleich zu Großbritannien. Bis 570 Euro kann ein Verstoß hier kosten. In Spanien sind es mindestens 200 Euro und in Frankreich mindestens 135 Euro. Die happigen Strafen sollen letztlich für mehr Sicherheit sorgen. Immerhin verhindert der Sicherheitsgurt Schlimmeres, wenn es zu einem Unfall kommt.
 

Für Raser wird´s teuer

In der Schweiz wurde zur Unfallbekämpfung 2013 das sogenannte „Via Securia“-Programm gestartet. Die Strafen für Raserei sind heftig. Bei einer Grenzüberschreitung von 21 km/h müssen Sie mit einem hohen Bußgeld von mehreren tausend Euro rechnen. Dazu kommen Führerscheinentzug und Haftstrafe.
 
In Italien sind es mindestens 170 Euro, wenn Sie bis zu 20 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit fahren. Nur fünf Euro weniger sind es in den Niederlanden. In den meisten europäischen Ländern liegen die Geldstrafen für zu schnelles Fahren im Schnitt um die 80 Euro.
 
Richtig teuer wird es in fast allen europäischen Ländern, wenn Sie über 50 km/h zu schnell fahren. In Großbritannien kann das Bußgeld bis zu 2.800 Euro hoch sein, in Österreich sind es bis zu 2.100 Euro.
 

Promillegrenze

Ein Glas Wein zum Essen oder der Verdauungsschnaps hinterher schaden doch nicht. In Tschechien und Ungarn gilt die Null-Promille-Grenze. Das wird ein teures Gläschen Wein, wenn Sie kontrolliert werden. In den meisten anderen EU-Ländern liegt die Promillegrenze bei 0,5 Prozent. Für Fahranfänger sind die Grenzen niedriger.
 
Beides wird auch in Deutschland so gehandhabt. Während hierzulande die Strafe für Alkohol am Steuer bei 500 Euro losgeht, liegen viele Länder darunter. Wer allerdings in Schottland den einen oder anderen Whiskey probiert, lässt das Auto danach besser stehen. In Großbritannien zahlen Alkoholsünder mindestens 6.000 Euro Strafe. 
In Dänemark ist Alkohol ja bekanntlich generell teuer. Doch das Bußgeld für Alkohol am Steuer kann Sie sogar ein ganzes Monatsgehalt kosten.
 

Fahren in Innenstädten

Italien hat in vielen Innenstädten verkehrsberuhigte Zonen eingeführt. Das betrifft unter anderem Rom, Mailand, Neapel, Pisa, Florenz und Palermo. Hier dürfen zu bestimmten Zeiten nur Fahrzeuge mit einer Sondergenehmigung unterwegs sein. Am Rand dieser Zonen überwachen Kameras, wer rein und rausfährt. Hat jemand keine Sondergenehmigung, gilt das als Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld liegt, je nach Stadt, bei 100 bis 120 Euro. Wenn Ihr Hotel in der Innenstadt liegt, dann können Ihnen die Mitarbeiter dort eine entsprechende Sondergenehmigung besorgen.
 
Auch die Briten kämpfen mit dem Verkehr, ganz besonders in London. Wer tagsüber mit dem Auto in die Innenstadt fahren möchte, muss eine Mautgebühr von rund 12 Pfund, knapp 14 Euro, pro Tag bezahlen. Die Gebühren bezahlt man entweder telefonisch (innerhalb von GB: 03 43 22 22 222/ aus dem Ausland: +44 20 76 49 91 22) oder per Kreditkarte nach einer Online-Registrierung.
 
An Wochenenden und an Feiertagen muss keine Maut gezahlt werden und für Motorräder muss man grundsätzlich nichts bezahlen. Wer ohne die Maut zu bezahlen in die Londoner Innenstadt fährt, bekommt ein 160 Pfund teures Ticket, das innerhalb von 28 Tagen bezahlt werden muss.
 
Tipp: Informieren Sie sich vor Ihrem Urlaub über Besonderheiten im Straßenverkehr Ihres Urlaubslandes und der Länder, die Sie durchfahren. Sie können sich jede Menge Ärger ersparen, wenn Sie wissen, worauf es ankommt. Checken Sie auch unbedingt Ihren Versicherungsschutz. Bei vielen Versicherern gilt die normale Kfz-Versicherung auch im Ausland. Bei Pannen und Unfällen hilft der Schutzbrief.