Benzinpreisvergleich sinnvoll? So können Sie Sprit sparen

Mit Apps kann man die günstigste Tankstelle schnell finden. Aber auch auf die Tageszeit und den Wochentag kommt es an.

Benzinpreisvergleich sinnvoll? So können Sie Sprit sparen
Auch wenn es nur um die Stelle nach dem Komma geht, hat man beim Tanken häufig das Gefühl, zu viel zu bezahlen. Dass man unter der Woche zu Zeiten des Berufsverkehrs und vor Feiertagen besonders viel Geld an der Zapfsäule lässt, haben die meisten schon mitbekommen. Außerdem hält sich das Argument, dass die steigenden Benzinpreise das Autofahren kaum noch bezahlbar machen, hartnäckig. Lohnt es sich da überhaupt, einen Benzinpreisvergleich durchzuführen?
 

Benzinpreise: Wie setzen sich die Preise für Kfz-Treibstoff zusammen?

 
In erster Linie sind die Benzinpreise davon abhängig, zu welchen Preisen ein Barrel Rohöl aktuell auf dem Weltmarkt gehandelt wird. Sind die Fördermengen hoch, die weltweite Nachfrage und der Wechselkurs von Dollar zu Euro ausgeglichen, macht sich das in stabilen oder leicht sinkenden Preisen auf den Anzeigetafeln bemerkbar. Wird der Benzinpreis jedoch von den Mineralölgesellschaften aufgrund ökonomischer, politischer oder gesellschaftlicher Einflussfaktoren höher festgesetzt, ärgern wir uns beim Tanken über entsprechend hohe Kosten. Zudem wird Sprit kräftig besteuert: Auf jeden Liter Benzin erhebt der Bund 65 Cent Energiesteuer bzw. Mineralölsteuer (bei Diesel 47 Cent) sowie die obligatorischen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Zusätzlich schlagen die Händler und Tankstellenbesitzer individuelle Kosten für die Lagerung und den Betrieb auf.
Da sich so viele Entwicklungen in den Liter-Preisen widerspiegeln, ändern sich die jeweiligen Angaben für Benzin und Diesel zum Teil mehrmals am Tag. Laut Bundeskartellamt drehen die im Wettbewerb zueinander stehenden Konzerne bis zu vier Mal innerhalb von 24 Stunden an der Preisschraube. Insbesondere freie Tankstellen fördern dabei den Preisdruck mit tendenziell günstigen Angeboten und zwingen damit auch die Konkurrenz zum Nachgeben.
 

Wird Autofahren durch ständig steigende Benzinpreise immer teurer?

 
Laut Statista.de musste man 1989 für einen Liter Superbenzin umgerechnet 63,4 Cent (Diesel 48,7 Cent) zahlen. 2012 erreichten die Preise einen Höchststand von 164,6 Cent (Diesel 148,9 Cent) und sind seitdem wieder leicht gefallen. Nach neuesten Erhebungen wird heute ein durchschnittlicher Preis von 136,5 Cent (Diesel 114,8 Cent) pro Liter fällig. Obwohl die Spritpreise tendenziell nach oben klettern, sind sie allein jedoch nicht ausschlaggebend dafür, dass es uns vergleichsweise teuer vorkommt, ein Auto zu besitzen. Im Schnitt machen sie nur ein Drittel der gesamten Betriebskosten aus. Das Statistische Bundesamt hat über den Verbraucherindex ermittelt, dass auch andere Preistreiber die Mobilitätskosten ankurbeln. So sind etwa die Preise für Gebrauchtwagen in den letzten 10 Jahren um 34 Prozent gestiegen, auch bei den Autoersatzteilen wurden die Preise um 25 Prozent angehoben.
 

Was Sie selbst tun können, um möglichst günstig Auto zu fahren

 
1. Als Besitzer eines großmotorigen Autos, das schwer auf der Straße liegt und mit viel PS auftrumpft, können Sie zumindest in Erwägung ziehen, zukünftig auf ein spritsparendes Modell umzusteigen. Da sich auch die Besteuerung und Kfz-Versicherung an den Leistungen und der Abgasmenge orientiert, lässt sich so auf ganzer Linie sparen.
2. Ein angepasstes Fahrverhalten macht sich schon nach wenigen Kilometern am Tankinhalt bemerkbar und hilft langfristig dabei, die Tankstellenbesuche zu reduzieren. Rasantes Anfahren im Wechsel mit abrupten Bremsmanövern, spätes Schalten in den nächsthöheren Gang und ein 200er-Durchschnittstempo auf der Autobahn sollte man unterlassen und sich eher einen fließenden, ruhigen Fahrstil angewöhnen und die Klimaanlage auslassen. Das Ergebnis macht sich definitiv im Portemonnaie bemerkbar.
3. Um Benzin zu sparen und auch dem Körper etwas Gutes zu tun, hilft es, sich bei einigen Fahrten genau zu überlegen, ob Sie den Wagen nicht auch mal stehen lassen und laufen oder mit dem Fahrrad fahren können. Die Fahrt mit dem Auto zum Bäcker um die Ecke gehört zu den schlechten Gewohnheiten, die wir häufiger infrage stellen sollten. Dabei wäre es so einfach, zur Abwechslung mal ins Fahrradpedal statt aufs Gaspedal zu treten.
4. Hohe Benzinpreise lassen sich einfach umfahren, indem Sie gezielt tanken und nicht bis zum letzten Tropfen die Reserven ausreizen. Wer hier ein wenig mitdenkt, kann laut ADAC in einer Stadt bis zu 20 Cent pro Liter weniger ausgeben. So sind die Preise an den Tankstellen vor allem zu diesen Zeiten extrem teuer:
 
  • am Morgen, wenn alle schnell zur Arbeit müssen
  • während der Nachtstunden, da die günstigeren freien Tankstellen geschlossen sind
  • an Sonntagabenden, weil viele Autobesitzer für die Woche tanken wollen
  • unmittelbar vor und an Feiertagen wie Himmelfahrt, Weihnachten usw.
 
5. Seit 2013 müssen alle Tankstellen in Deutschland ihre aktuellen Treibstoffpreise melden. Von dieser Pflicht profitieren Autofahrer ungemein. Über Laptop, Tablet oder Smartphone lassen sich die Preise nahezu in Echtzeit verfolgen und miteinander vergleichen. Mittlerweile nutzt ein Großteil der Kfz-Fahrer bereits übersichtliche Apps zum Spritpreisvergleich, die man sich zum Teil gratis herunter laden kann.
 
Tipp: Bei geringen Preisdifferenzen zwischen Tankstellen sollten Sie abwägen, ob sich der günstigere Benzinpreis auch dann noch lohnt, wenn Sie dafür eine weitere Strecke zurücklegen müssen. Bereits bei einem Umweg von 10 Kilometern zur Zapfsäule mit den günstigeren Angeboten kann sich die Ersparnis nämlich schnell wieder in Luft auflösen.