Führerschein mit 17: Begleitetes Fahren in der Autoversicherung

Erfahren Sie was Sie zum Begleiteten Fahren wissen müssen

Führerschein mit 17: Begleitetes Fahren in der Autoversicherung

Für Eltern ist es eine große Herausforderung, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen und trotz Sorge und Angst ruhig zu bleiben, wenn ihr Sprössling am Lenkrad sitzt und Gas und Bremse bedient. Irgendwann müssen Jugendliche einfach selbst die Erfahrung machen, sich im Straßenverkehr und im Verkehrsschilder-Dschungel zurecht zu finden. Seit 2011 ist das in Deutschland schon ab 17 Jahren möglich. Das sogenannte „Begleitete Fahren“ nutzt nach Aussagen des TÜV Nord seither beinahe jeder zweite Jugendliche. Dabei fahren sie etwa sieben bis acht Monate im Anschluss an die erfolgreiche Prüfung für den Führerschein in Begleitung eines Erwachsenen. Sie haben damit nach dem absolvieren der Fahrschule deutlich mehr Fahrpraxis, als Fahranfänger, die ihren Führerschein erst mit 18 Jahren machen. 

Laut Experten haben sich auf diesem Weg sowohl die Unfälle als auch die Verkehrsverstöße bei Fahranfängern um knapp 30 Prozent deutlich reduziert. Preisnachlässe gibt es dann, wenn die Autoversicherung über die Eltern läuft oder das Anfänger-Auto gleich von den Eltern als Zweitwagen angemeldet wird. Mehr zu den verschiedenen Varianten finden Sie im Verti-Blog.  

Führerschein mit 17: Unter 18-jährige Fahrer sind meist von der Kfz-Versicherung ausgeschlossen

Beim Begleiteten Fahren sind zumeist die Eltern als Erziehungsberechtigte die Eigentümer des Fahrzeuges, mit dem der Fahranfänger seine ersten Kilometer zurücklegt. Und hier kommt schon ein wichtiger Punkt, den Sie unbedingt beachten müssen: Schauen Sie bitte genau in die Versicherungspolice für Ihre Autoversicherung. Denn dort ist das Mindestalter der eingetragenen Fahrer angegeben, die das Auto fahren dürfen. Außerdem finden sich dort eventuell Regelungen, die ein Elternteil als Alleinfahrer des Wagens ausweisen. Macht nun Ihre Tochter bzw. Ihr Sohn über das Begleitete Fahren den Führerschein mit 17, ist aber das Mindestalter im Kfz-Versicherungsvertrag beispielsweise mit 25 Jahren angegeben, haben Sie ein Problem. Dann ist das Fahrzeug im Falle eines Unfalls nicht versichert - und der Fahrzeughalter muss selbst für alle entstandenen Schäden aufkommen. Deshalb sollten Sie vor der ersten Ausfahrt den unter 18-jährigen Fahrer unbedingt eintragen lassen. 

Schließt der Fahranfänger mit dem Führerschein ab 17 Jahren eine eigene Autoversicherung ab, weil sie oder er ein eigenes Fahrzeug hat, ergibt sich dieses Problem nicht, da die Versicherung in diesem Fall abgestimmt für den Halter des Wagens abgeschlossen wird. Ansonsten ergeben sich keine Unterschiede bei der Kfz-(Haftpflicht)Versicherung.

Was Sie zum Begleiteten Fahren noch wissen müssen

• Zum Begleiteten Fahren müssen die Erziehungsberechtigten schriftlich zustimmen.

• Bis zum 18. Geburtstag des Fahranfängers muss bei jeder Fahrt eine Begleitperson dabei sein. 

• Jede dieser Begleitpersonen muss in der Prüfbescheinigung zum Begleiteten Fahren eingetragen sein. Auch hier müssen die Erziehungsberechtigten und die jeweiligen Begleitpersonen schriftlich zustimmen.
• Zu guter Letzt muss auch die Fahrerlaubnisbehörde ihre Zustimmung geben.
• Mögliche Begleitpersonen müssen mindestens 30 Jahre alt sein und den Auto-Führerschein seit mindestens fünf Jahren haben. Außerdem darf nicht mehr als  ein Strafpunkt in Flensburg vorliegen.
• Für Begleitpersonen gilt weiterhin, dass Sie den Fahranfänger ausschließlich beraten (nicht eingreifen!) dürfen. Alkoholisierte Begleitpersonen rufen lieber ein Taxi, denn mit einem Wert von  ab 0,5 Prozent Blutalkohol verlieren sie die Beraterfunktion.
• Begleitetes Fahren ist nur in Deutschland offiziell erlaubt und wird darüber hinaus auch in Österreich akzeptiert. Alle anderen Länder sind für unter 18-jährige Fahrer strikt verboten. Es sei denn, der 17-jährige Fahrer tauscht an der Landesgrenze wieder die Plätze mit der Begleitperson.