Erste Maßnahmen bei einem Autounfall: das ist jetzt zu tun

Wenn es kracht, ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren und einige Regeln zu beachten.

Erste Maßnahmen bei einem Autounfall: das ist jetzt zu tun
Wenn es beim Autofahren kracht, ist man erst einmal völlig perplex, der Puls rast und es ist schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Alles geht gefühlt wahnsinnig schnell: In Bruchteilen von Sekunden passieren Dinge, die sich der eigenen Kontrolle entziehen. Einen Autounfall zu verursachen oder in einen Crash verwickelt zu sein, ist für die meisten Menschen ein wahrer Alptraum. Vor lauter Aufregung fällt es schwer, ruhig und besonnen zu bleiben. Doch gerade bei einem Verkehrsunfall kommt es darauf an, umsichtig und schnell zu reagieren, damit es auch im Nachhinein bei der Abwicklung des Schadens nicht zu weiteren Problemen kommt.
 

Erste Maßnahmen: So verhält man sich bei einem Unfall richtig

 
Nach einem Unfall - vorausgesetzt man ist körperlich dazu in der Lage - steht die Sicherheit an erster Stelle. Es gilt, gesehen zu werden und weitere Crashs im Verkehrsgeschehen zu verhindern. Dazu ist es ratsam …
 
  1. die Warnblinker des eigenen Autos einzuschalten,
  2. sich die Warnweste anzuziehen, die mittlerweile in jedem Kofferraum zu finden sein sollte,
  3. in einiger Entfernung zur Unfallstelle das Warndreieck aufzustellen, z.B. Innerorts in ca. 50 Metern oder auf der Autobahn in mindestens 150 Metern,
  4. bei kleineren Blechschäden Fotos von der Endstellung der Fahrzeuge machen und dann umgehend die Straße zu räumen und 
  5. bei größeren Unfällen die Polizei zu verständigen: 110 bzw. 112 kostenlos anrufen (funktioniert auch über das Handy),
  6. die Unfallspuren nicht zu beseitigen und
  7. abzuwarten bis alle Daten aufgenommen sind.
 
Die Frage, ob man bei jedem Unfall die Polizei verständigen muss, hängt davon ab, welcher Schaden verursacht wurde bzw. wie schwer der Unfall war. Sind Personen verletzt und/oder ein großer Schaden entstanden, muss die Polizei unbedingt verständigt werden. Auf die Anwesenheit eines Ordnungshüters sollte man auch dann bestehen, wenn einer der Unfallbeteiligten sich weigert, seine Daten (Ausweis, Adresse, Versicherungsnummer, usw.) herauszugeben, Fahrerflucht droht oder man den Verdacht hegt, dass Alkohol und/oder Drogen im Spiel sind, was klar als Straftat zu werten ist. Bei kleineren Schäden genügt es, wenn man mit dem Unfallgegner die Versicherungsunterlagen austauscht. Der Europäische Unfallbericht hilft dabei. Er wird von beiden Beteiligten ausgefüllt und unterschrieben. 
Tipp: Vorgefertigte Unfallbericht-Formulare können, müssen aber nicht unterschrieben werden.
 

Nach Autounfall: Bilder machen und Daten austauschen

 
Abgesehen davon, dass man auch bei einem Bagatellschaden den Unfallort niemals einfach verlassen darf - das wäre eine strafrechtlich relevante Unfallflucht - kann es nicht schaden, Fotos aufzunehmen und sich Notizen zu machen. Im Zweifelsfall spart man sich später Ärger. Davon lohnt es sich, Fotos zu machen:
 
  • Papiere bzw. Dokumente des Unfallgegners, vor allem dann, wenn der Fahrer nicht der Halter des Autos ist
  • Spuren des Unfallhergangs wie Bremsspuren, Kratzspuren, Reifenspuren
  • die Beschädigungen an allen beteiligten Fahrzeugen
  • den Unfallort von verschiedenen Seiten und auch aus der Nähe aufnehmen 
 
Um die Unfallsituation nach einigen Tagen und Wochen noch rekonstruieren zu können, empfiehlt es sich, eine Skizze anzufertigen und Notizen zum Unfallhergang zu machen. Die Position der Fahrzeuge, Uhrzeit und Datum sollten dazu unbedingt vermerkt werden. Mit der Zeit verblassen Erinnerungen. Entscheidende Details können auf diesem Weg festgehalten werden. Weiterhin ist es wichtig, dass man die Namen und Telefonnummern von Zeugen notiert, bevor sie sich entfernen. Ihre Aussage kann wichtig sein. #Tipp: Man selbst sollte niemals ein Schuldbekenntnis unterschreiben.
 

Unfallschäden sind versichert

 
Bis zur vertraglich vereinbarten Deckungssumme übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung  alle Schäden, die anderen entstehen, wenn man den Verkehrsunfall selbst verschuldet hat. Dazu gehören Schäden an fremden Fahrzeugen oder Gegenständen sowie Schäden an Personen und an der Umwelt. Bei Schäden am eigenen Auto springt die Teilkaskoversicherung ein. Abhängig von der Selbstbeteiligung zahlt sie bis hin zum  Totalschaden. Aber auch Schäden durch den Zusammenstoß mit Tieren sind abgesichert. Eine Vollkaskoversicherung enthält alle Leistungen der Teilkasko und versichert darüber hinaus Unfallschäden, Schäden durch Vandalismus sowie Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit oder mangelnde Fahrzeugsicherung entstanden sind.  
 

Dieses Equipment gehört ins Auto:

 
  • Warnweste - Die in Deutschland vorgeschriebene Warnweste, die der Europäischen Norm EN ISO 20471:2013 entspricht, ist fluoreszierend gelb, orange oder rot-orange und hat breite Reflexstreifen. Im Handschuhfach verstaut, ist sie immer griffbereit, wenn es drauf ankommt. 
  • Warndreieck - Das rot-weiß reflektierende Dreieck soll andere Verkehrsteilnehmer auf die Unfallstelle aufmerksam machen. Ein Warndreieck im Kofferraum mitzuführen, ist ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben.
  • Verbandskasten - Auch einen Verbandskasten an Bord zu haben ist Pflicht. Er muss der DIN 13/164 entsprechen und darf nicht abgelaufen sein. Nach einer gewissen Zeit müssen zumindest die sterilen Inhalte in einer Apotheke ausgetauscht werden. 
  • Erste-Hilfe-Wissen - Das Wissen, was bei einem Unfall - insbesondere mit verletzten Personen - zu tun ist, hilft einem selbst und kann Leben retten. Vielleicht ist jetzt die Zeit für einen Auffrischungskurs? 
  • Versicherungskärtchen - Die Grüne Versicherungskarte sollte man als Autofahrer auf jeder Fahrt dabei haben. So lassen sich die Versicherungsdaten unproblematisch und zeitsparend austauschen.