Afrikanische Schweinepest (ASP) hat Deutschland erreicht: Was Autofahrer jetzt wissen müssen

Erste Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg. Hier finden Autofahrer relevante Infos zur Tierseuche und Verhaltenstipps.

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Afrikanische Schweinepest in Deutschland

Wie so oft im Leben stellt sich die Frage nicht nach dem „ob“, sondern nach dem „wann?“ – So verhält es sich auch mit dem Vormarsch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland. Während die Tierseuche in den letzten Jahren noch vorwiegend in Gebieten Osteuropas kursierte, werden erste Fälle von infizierten Wildschwein-Kadavern nun auch in Deutschland bestätigt: in Brandenburg, nahe der deutsch-polnischen Grenze. Lesen Sie hier Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Tierseuche und wie sich besonders Autofahrer, Reisende und LKW-Fahrer unterwegs verhalten sollten, um zu helfen, die Ausbreitung über den Weg der Straße zu verhindern.

 
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Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest, abgekürzt ASP, ist eine schwere Viruserkrankung von Haus- und Wildschweinen. In 2007 wurde das Virus aus Afrika, vermutlich über den Schwarzmeerhafen von Poti nach Georgien eingeschleppt. Von dort verbreitete es sich bis nach Russland, Weißrussland und die Ukraine.

Seit das ASP-Virus 2014 die EU erreichte, breitete es sich in großen Teilen Osteuropas aus – und ist nun auch hierzulande angekommen. Der erste Verdachtsfall in Deutschland bestätigte sich am 10. September 2020. Der infizierte Wildschwein-Kadaver wurde wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg gefunden.

Dabei war dies kein Einzelfall, denn zwischenzeitlich wurden 20 weitere Fälle von ASP-infizierten Wildschwein-Kadavern (Stand 22.09.2020) im gleichen Gebiet bestätigt – Tendenz steigend.

 
 

Warum ist das ASP-Virus für Schweine so gefährlich?

Der ASP-Erreger ist extrem widerstandsfähig. Das Virus überlebt in frischem, gefrorenem, gepökeltem und geräuchertem Fleisch sowie Wurstwaren. In Blut, Fleisch und Knochen von Haus- und Wildschweinen sowie in Lebensmitteln kann es monatelang infektiös bleiben, in Gefrierfleisch sogar jahrelang.

Fressen Wildschweine kontaminiertes Futter oder Essensreste, infizieren sie sich selbst und verbreiten die Krankheit. Bislang gibt es trotz ausgiebiger Forschung noch keinen Impfstoff – deshalb verläuft die ASP bei fast allen betroffenen Schweinen binnen weniger Tage tödlich.

Welche Symptome zeigen ASP-infizierte Haus- und Wildschweine?

Mit ASP infizierte Schweine zeigen sehr schwere Symptome. Dazu gehören Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme. Es kann auch zu Durchfall und Blutungsneigung kommen. Zudem zeigen erkrankte Tiere teils einen verringerten Fluchttrieb oder andere Auffälligkeiten, wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit.

 
Unbedingt beachten:

Sollten Sie unterwegs bei Ihrer Rast einen Wildschwein-Kadaver entdecken, oder Wildschweine sehen, die sich entsprechend der oben erwähnten Symptome sehr auffällig verhalten, informieren Sie sofort die für Ihren Fundort zuständige Veterinärbehörde oder die Polizei.

 

Können sich auch Menschen oder Haustiere mit der Schweinepest anstecken?

Nein, Menschen und Haustiere wie Hund, Katze, Maus können sich nicht mit ASP infizieren. Weder durch Essen von Schweinefleisch, noch durch direkten Tierkontakt. ASP befällt nur Haus- und Wildschweine – dies schließt jedoch als Familientiere gehaltene Schweine wie zum Beispiel Minipigs mit ein.

Grundsätzlich überträgt sich die ASP über direkten (Blut-)Kontakt zwischen infizierten und nicht infizierten Tieren.

Auch wenn ASP für den Menschen selbst nicht gefährlich ist, so spielt dieser bei der Verbreitung eine entscheidende Rolle. Experten gehen nämlich davon aus, dass vor allem die Reiseaktivitäten der Menschen für die Ausbreitung der Tierseuche über weite Entfernungen verantwortlich sind.

Mobilität und Unachtsamkeit gehören zu Hauptursachen der Verbreitung

Achtlos weggeworfene Essensreste am Straßenrand oder im Gebüsch rund um Tankstellen, Raststätten oder entlang von Autobahnen und Landstraßen sind leider keine Seltenheit. Solch ein Verhalten ist im Allgemeinen schon fahrlässig – kann für Wildschweine bei Ausbreitung der ASP jedoch fatal sein.

Wird der Rest vom Reiseproviant nicht ordentlich entsorgt und offen liegengelassen, werden sich vorbeilaufende gesunde Wildschweine nur zu gerne darüber hermachen. Enthalten die verzehrten Speisereste mit ASP kontaminiertes Schweinefleisch, können sich Wildschweine infizieren und die Krankheit an Artgenossen übertragen.

Davon abgesehen kann sich das ASP-Virus aber auch über verunreinigte Gegenstände verbreiten, beispielsweise über:

  • Fahrzeugteile (z. B. Reifen)
  • Werkzeuge
  • Schuhe und Kleidung

Speziell für Transporteure, die aus Russland, Weißrussland, der Ukraine oder aus in der EU betroffenen Gebieten nach Deutschland zurückkehren, gelten bereits besondere Vorschriften.

So müssen Lkw-Fahrer die nach EU-Recht und nationalem Recht vorgeschriebene Reinigung und Desinfektion des Fahrzeuges nachweisen. Können sie das nicht, müssen sie die Reinigung und Desinfektion spätestens an der Grenze nachholen.

 
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Worauf sollten Reisende jetzt unterwegs unbedingt achten?

Bereits seit 2014 geht das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit Hilfe verschiedener Maßnahmen gegen die Ausbreitung der ASP vor. So werden zum Beispiel vermehrt Schutzzäune aufgestellt und an Autobahnraststätten und -Parkplätzen entlang der Ost-West-Route mehrsprachige Warnplakate angebracht.

Diese warnen Auto- und Bus-Reisende sowie Lkw-Fahrer, die nach Deutschland fahren, vor einer ASP-Verbreitung durch virushaltige Lebensmittel. Auch wer viel auf Landstraßen in Grenznähe zu Polen und Tschechien unterwegs ist, dem sind solche Plakate oder Warnschilder vielleicht schon aufgefallen.

Um die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland zu verhindern, sind jetzt Tatkraft und besondere Aufmerksamkeit gefragt.

Wer mit dem eigenen Auto oder beispielsweise als Fahrgast im Fernreisebus in betroffenen Gebieten im In- und Ausland unterwegs ist, sollte folgendes beachten:

  • Entsorgen Sie Speisereste nur in fest verschließbare Müllbehälter und lassen Sie Reste von Reiseproviant nicht offen liegen.
  • Führen Sie keine tierischen Lebensmittel aus dem (betroffenen) Ausland ein. Für Schweinefleisch und deren Erzeugnisse aus Nicht-EU-Ländern gilt ohnehin ein Einfuhr-Verbot.
  • Verfüttern Sie keine Speisereste an Haus- und Wildschweine oder andere Nutztiere. 
  • Reinigen und desinfizieren Sie alle ggf. kontaminierten Stellen an Ihrem Fahrzeug (z. B. in der Waschanlage). Gleiches gilt auch für Kleidungsstücke wie Schuhe, falls Sie zum Beispiel in betroffenem Gebiet spazieren oder wandern waren.
  • Sie sind mit Vierbeinern im Auto unterwegs? Lassen Sie Ihren Hund an Autobahn-Raststätten und Parkplätzen nicht frei laufen. Wenn Ihr Hund über das Fell mit Blut oder Schweiß eines infizierten Wildschweins in Kontakt kommt, kann er zum sogenannten mechanischen Überträger werden und den Erreger verbreiten. Kommt es trotz Vorsicht zum Kontakt, hilft nur eine sofortige ausgiebige Hundewäsche.
 
 

Was tun beim Fund eines toten Wildschweins?

Wer unterwegs ein totes Wildschwein (oder mehrere) findet, sollte den Kadaver nicht berühren. Finder kontaktieren umgehend das zuständige Veterinäramt bzw. die Polizei und informieren diese über den Fundort. Wer ein Smartphone zur Hand hat, kann den Standort leicht ermitteln und so genau weitergeben.

Kollision mit Wildschwein, Reh und Co. – gut abgesichert beim Wildunfall

Manchmal kann es für Autofahrer auch zu einem unliebsamen Wildtierkontakt anderer Art kommen – nämlich in Form eines Wildunfalls. Wer sich vor den finanziellen Folgen einer Kollision mit Reh, Hirsch, Wildschwein und anderen Waldbewohnern schützen will, ist gut beraten, im Rahmen seiner Kfz-Versicherung einen zusätzlichen Kaskoschutz abzuschließen.

So deckt eine Teilkaskoversicherung in der Regel alle Schäden ab, wie die Reparaturkosten nach einem Wildunfall. Erweiterten Schutz bietet die Vollkaskoversicherung – sie enthält alle Leistungen der Teilkasko und kommt zudem auch für selbstverursachte Schäden am Fahrzeug auf.

*Information zum Rechenbeispiel 8,67€/Monat: *Rechenbeispiel für: Smart Fortwo 1.0 Coupe (HSN: 1313, TSN: AHM), eigenfinanziert, Erstzulassung 2016, Kaufjahr: 2018, Zulassung in PLZ: 26871, Fahrleistung: 5.000 km/Jahr, Nutzung: ausschließlich privat, Halter: VN, Fahrer: VN (Alter 54 Jahre/Führerschein seit 1984) und weiterer Fahrer (52 Jahre/ Führerschein seit 1986/ angestellt), Angestellter, kein Wohneigentum, Abstellplatz: Straße, verheiratet, SF-Klasse KH/ VK: SF 36 / SF 36 Selbstbeteiligung VK/ TK: 500/ 150 €, keine Vorschäden, Zahlweise: jährlich Bankeinzug, Werkstattbindung, Versicherungsbeginn: 01.01.2020, Tarif inkl. Vollkasko, Produktlinie Klassik. Die Ausweisung der 8,67 €/ Monat bezieht sich auf die errechnete Jahresprämie von 104,- € welche auf 12 Monate runtergebrochen wurde. Stand: 27.02.2020


*Information zur Aktion „Kostenloses Upgrade auf den Premium-Tarif“:

Aktionszeitraum: 21.09.2020 bis 30.11.2020. Gilt bei Abschluss eines Auto- oder Motorradversicherungsvertrags. 15% Beitragsersparnis gegenüber dem Normalpreis des Premiumtarifs. Es gelten alle Leistungen der Produktlinie Premium. Der Vorteil ist bereits im berechneten Versicherungsbeitrag berücksichtigt. Eine Kombination mit anderen Aktionen ist ausgeschlossen.


Für alle Aktionen gilt: Für die Rechtzeitigkeit ist das Datum der Angebotserstellung maßgeblich. Die Aktionen können nicht in bestehende Verträge eingeschlossen werden. Verti behält sich vor, einzelne oder alle Aktionen ohne vorherige Ankündigung und ohne Mitteilung von Gründen zu beenden. Ferner behält sich Verti vor, einzelne oder alle Aktionen über den Aktionszeitraum hinaus zu verlängern. Es gelten die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AKB) der Verti Versicherung AG, Rheinstraße 7A, 14513 Teltow.

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